Dietikon

Dietiker Jungpontoniere holen sich mit einem Traumlauf den Titel

Die Dietiker Jungpontoniere Nicola Keller und Nuri Schmed haben in Wynau die Konkurrenz deutlich hinter sich gelassen.

Nicola Keller und Nuri Schmed sind Schweizermeister: Die 19-jährigen Junioren vom Pontonier-Sportverein Dietikon liessen die Konkurrenz deutlich hinter sich. Nun bereiten sie sich auf den Wechsel zu den Erwachsenen vor.

Nicola Keller und Nuri Schmed warten am Montagabend an der Limmat beim Clubhaus der Dietiker Pontoniere auf den Beginn des Trainings. Die beiden 19-Jährigen werden, da sie in der nächsten Saison bei den Erwachsenen starten müssen, zum ersten Mal mit dem 450 Kilogramm schweren Boot üben. Bislang waren sie in den verschiedenen Junioren-Kategorien mit dem 100 Kilogramm leichteren Weidling unterwegs.

Doch bis sie endlich ins Boot steigen können, dauert es an diesem Abend etwas. Immer wieder treten andere Mitglieder des Pontonier-Sportvereins Dietikon an sie heran. «Ihr Super-Raketen», sagt einer. Das sei eine Wahnsinns-Fahrt gewesen, meint ein anderer. Andere applaudieren, gratulieren und bringen Geschenke.

Punkte entscheiden, nicht Zehntelspunkte

Denn Keller und Schmed hatten tags zuvor in Wynau den Schweizermeister-Titel in der Juniorenkategorie III (18- bis 20-Jährige) geholt. Und wie: Im Pontoniersport, in dem Zehntelspunkte entscheiden, haben sie ihre Konkurrenten am Sonntag gleich um 2,6 Punkte und mehr distanziert.

Mit einer Zeit von 4 Minuten und 36 Sekunden absolvierten die beiden Pontonier-Junioren die verschiedenen Posten am schnellsten; das Duo mit der zweitbesten Zeit benötigte über 20 Sekunden länger. Und trotz Schnelligkeit waren Keller und Schmed auch genau unterwegs – sie holten überall die maximal mögliche Punktezahl. Das sei ein Traumlauf gewesen, sagt Nuri Schmed. Und Nicola Keller ergänzt, dass am Sonntag alles gepasst habe. «Wir fuhren intelligent», sagen beide im Rückblick. Sie, die ansonsten stets aggressiv fahren, hätten sich vorgenommen, vor den Posten jeweils das Tempo etwas rauszunehmen, um die maximalen Zielpunkte zu erreichen. «Trotz Adrenalin ist uns das gelungen», sagt Keller.

«Wir verstehen uns blind»

Die beiden sind ein eingespieltes Team. Bereits seit acht Jahren trainieren sie zusammen. «Wir verstehen uns blind», sagen beide. Der eine wisse jeweils, was der andere wolle. Das sei wichtig, denn auf dem Wasser müsse es rasch gehen.

Die beiden Pontoniere stecken einen grossen Aufwand in ihr Hobby. In der Regel trainieren sie dreimal in der Woche auf dem Wasser, zweimal im Kraftraum. «Es ist eine Leidenschaft», sagt Keller. Schmed spricht von «einer Faszination». Als Pontonier sei man draussen in der Natur, bewege sich auf und mit dem Wasser. Auch Vereinspräsident Roland Keller hebt die Naturnähe hervor. Zudem sei der Pontonier-Sport vielseitig. «Der Fluss sieht jeden Tag anders aus.» Die Strömung, der Wind, das Wetter, alles ändere sich, darauf müssten sich die Pontoniere jeweils einstellen.

Beim Rudern und Stacheln braucht es viel Kraft. Aber nicht nur. Sie seien nicht die «stärksten Buben», sagt Schmed lachend. «Wir erreichen viel über die Technik.» Lese man beispielsweise das Wasser richtig, dann liesse sich viel gewinnen, sagt Keller. «Liegt der Weidling gut in der Strömung, braucht es natürlich weniger Kraft.»

Schlagen sie am Glanzenberg-Cup zu?

Das eingespielte Duo hofft, auch in der nächsten Saison vorne mitmischeln zu können. Das Übersetzboot sei anspruchsvoller als der Weidling, zudem sei die Konkurrenz grösser und stärker, sagt Keller. Normalerweise brauche es etwa zwei Saisons, um sich anzugewöhnen, ergänzt Schmed. «Wir wollen diese Zeit aber etwas verkürzen» Die beiden hoffen, bereits beim nächsten Wettbewerb ein gutes Resultat zu erreichen. Zumal sie dann Heimvorteil haben werden; Mitte Mai 2020 findet der Glanzenberg-Cup statt.

Nach dem Training am Montagabend feiern die Mitglieder des Pontonier-Sportvereins Dietikon in ihrem Lokal, das am Pontonierweg auf der rechten Limmatseite liegt, die Ergebnisse des Wochenendes. Einerseits stossen sie dabei auf den Titel von Keller und Schmed an. Andererseits gilt es auch den zehnten Platz und den gewonnenen Kranz zu feiern, den Massimo Tartaglione und Tobias Fatzer in derselben Kategorie erreicht haben. «Für unseren Verein ist dies ein tolles Ergebnis», sagt Präsident Roland Keller zufrieden.

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