Zürich

Die neuen Stadtpläne zeigen mehr als den Weg

Stadtrat André Odermatt zeigte am Limmatqui, wie die neuen interaktiven Stadtpläne funktionieren.

Trotz Smartphone-Zeitalter investiert die Stadt in 15 Citypläne. Das hat mehrere Gründe.

Längst finden Touristen dank Smartphone-Apps den Weg von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Ganz auf Stadtpläne verzichten will die Stadt Zürich trotzdem nicht. In den letzten Tagen hat sie die 50 fest installierten Karten durch 15 digitale Citypläne ersetzt. Die interaktiven Stelen sind im Zentrum an den wichtigsten Knotenpunkten zu finden.

Eine davon steht am Limmatquai. Sie wurde gestern den Medien vorgestellt. «Stadtpläne braucht es auch im Zeitalter der Smartphones noch», sagte Katrin Gügler vom Amt für Städtebau. Das zeigten Erfahrungen aus Luzern und Chur, wo digitale Geräte schon länger eingesetzt würden. Voraussetzung sei, dass sie einfach zu bedienen seien, nicht überladen würden und sich mit dem Smartphone kombinieren liessen. Das Angebot müsse kompakt sein und einen Zusatznutzen bieten.

Stadtplan von 1793

Für David Jaczak vom Amt für Städtebau leisten unter anderem historische Aufnahmen einen solchen Zusatznutzen. Je nach Standort der Stele sind alte Fotos aus der jeweiligen Umgebung abrufbar. Wer möchte, kann auf alten Stadtkarten verweilen, die älteste stammt von 1793. Die Bedienung des Touchscreens funktioniert wie ein Handy-Bildschirm. Tippt man auf sein gewünschtes Ziel, erfährt man gleich, wie man zu Fuss, per Velo oder öffentlichem Verkehr dorthin kommt.

Je nach Kartenausschnitt werden Sehenswürdigkeiten, kulturelle Angebote und unbegleitete Stadtführungen angezeigt. Mittels QR-Code kann man die Infos auf sein Handy übertragen. Sie sind auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch erhältlich. Das barrierefreie Gerät verfügt über öffentliches Gratis-WLAN und eine USB-Ladebuchse. Die Wetterprognose und die Gastrobetriebe der Stadt sind auf den Cityplänen genauso zu finden wie öffentliche WCs, Fundbüros und Anlaufstellen in Notfällen. Bei Ereignissen können Rettungsdienste Hinweise einspeisen. Auch die Stadtverwaltung und teilweise sogar Quartiervereine können in begrenztem Masse Mitteilungen aufschalten.

Stadt verdient mit

Die Citypläne, die sich auf der Rückseite mit Werbung bespielen lassen, hat die Stadt mit Clear Channel konzipiert. Die Werbefirma hat 2018 den Zuschlag erhalten und wird die Stelen bis mindestens 2023 betreiben und unterhalten. Wegen einer letztlich erfolglosen Beschwerde eines Mitbewerbers verzögerte sich die Umsetzung leicht. Für die Installierung der 15 Geräte hat die Stadt 560'000 Franken investiert. Sie kann dafür mit Werbeeinnahmen von 550'000 Franken pro Jahr rechnen.

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