Limmattal

Die Bezirks-SVP ist jetzt für die Limmattalbahn

Mögliche Haltestelle der Limmattalbahn beim Bahnhof Dietikon. Bahn und Strasse sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Dies fordert SVP-Bezirksparteipräsident Piere Dalcher.

Mögliche Haltestelle der Limmattalbahn beim Bahnhof Dietikon. Bahn und Strasse sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Dies fordert SVP-Bezirksparteipräsident Piere Dalcher.

Eine Arbeitsgruppe der SVP des Bezirks Dietikon soll bis Herbst ein regionales Verkehrskonzept erstellen und verhindern, dass die Verkehrsträger gegeneinander ausgespielt werden. Die Gefahr: Am Ende gibt es für nichts eine Lösung.

Die Delegierten der SVP Bezirk Dietikon stellen sich in einer Konsultativabstimmung «mit einer deutlichen Mehrheit» hinter das Projekt Limmattalbahn. Dies meldete die Parteileitung am Wochenende. Im Juni vergangenen Jahres hatte sie sich noch gegen die Limmattalbahn ausgesprochen. Die Bahn behindere den Strassenverkehr, hatte es damals geheissen.

Mit ihrem jüngsten Entscheid bringt die Bezirks-SVP auch ihre Schlieremer Sektion – die der Bahn bislang kritisch bis ablehnend gegenüberstand – unter Zugzwang. Soll sie künftig einschwenken und einen moderaten Kurs fahren? Oder soll sie ihre Oppositionsrolle weiter spielen und einen Konflikt mit der Bezirkspartei riskieren?

Schlägt SVP Schlieren nun moderateren Kurs ein?

Schlierens SVP-Gemeinderat Thomas Grädel, der als schärfster Kritiker der Bahn gilt, erklärte gestern auf Anfrage: «Wir werden den Kurs noch bestimmen müssen.» An der letzten Parteiversammlung habe sich die Schlieremer Sektion gegen das 670-Millionen-Franken-Projekt des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) ausgesprochen. Nun, da sich die Bezirkspartei für einen Pro-Kurs entschieden habe, schwinde die Chance, das heutige Projekt erfolgreich bekämpfen zu können.

Tatsächlich sind neben dem Zürcher Regierungsrat und den Limmattaler Behörden auch die Parteien im Bezirk Dietikon der Limmattalbahn gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt. Sie wird als notwendig erachtet, um den Verkehrsfluss trotz anhaltend hoher Bautätigkeit im Limmattal und dem daraus resultierenden zunehmenden Verkehrsaufkommen aufrechtzuerhalten.

Doch auch an Kritik fehlt es nicht. Namentlich in den Städten Schlieren und Dietikon ist die Linienführung an neuralgischen Punkten umstritten.
Die Bezirkspartei weiss um diese Diskussionen. In der Parteimitteilung heisst es denn auch mit Blick auf das Abstimmungsergebnis: «Dabei wurde nicht verkannt, dass es insbesondere in den Städten Dietikon und Schlieren noch zahlreiche offene Fragen hinsichtlich Linienführung zu klären und diverse Probleme in Bezug auf flankierende Massnahmen zu lösen gibt.»

Arbeitsgruppe für regionales SVP-Verkehrskonzept

Aus diesem Grunde bildet die SVP Bezirk Dietikon eine Arbeitsgruppe zum Thema Verkehr. Diese soll sich aber nicht auf das Thema Limmattalbahn beschränken, wie Bezirksparteipräsident und Kantonsrat Pierre Dalcher erklärt. Zwar soll die Gruppe den derzeitigen Stand der Planung analysieren, mögliche Problempunkte des Bahnprojekts auflisten und konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten.

Gleichzeitig soll aber der regionale Verkehr ins Auge gefasst werden. «Wir dürfen die einzelnen Verkehrsträger nicht gegeneinander ausspielen», sagt Dalcher. Geschehe dies nämlich, könnte die Region am Ende ohne sinnvolle Lösungen dastehen. Denn Massnahmen in den Bereichen öffentlicher Verkehr und motorisierter Individualverkehr seien nur in Kombination zu haben. Das habe auch Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) den Delegierten klargemacht.

Ergebnisse im Herbst

Ergebnisse der Arbeitsgruppe sind gemäss Dalcher auf Herbst zu erwarten. Die Arbeitsgruppe soll den SVP-Behördenvertretern in den Gemeinden Hilfestellung geben und «im Sinne der Limmattaler Bevölkerung einen konstruktiven Beitrag zur Lösung der regionalen Verkehrsprobleme leisten». In der Arbeitsgruppe werden die vier Limmattaler SVP-Kantonsräte, Nationalrat Hans Egloff und Mitglieder aus den Sektionen Dietikon, Schlieren, Urdorf vertreten sein.

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