Oh nein, was für ein Tohuwabohu: Die Harmonie Birmensdorf spielt kreuz und quer durcheinander – ihre Noten sind plötzlich weg. Ganz klar ein Fall für Detektiv Allegro, denn ohne Noten droht auch der Musik das Aus. Um dieses Unheil abzuwenden, muss er am Kinderkonzert in Aesch zehn Rätsel lösen. Dafür erhält er Hilfe aus dem Publikum. Schon zu Beginn wird aber klar: Einfach wird das nicht. «Ihr müsst erraten, welches Instrument gerade spielt – aber ihr müsst die Augen zuhalten», erklärt Allegro. «Querflöte! Saxofon! Klarinette!», rufen die Kinder wild durcheinander. Aber diese Antworten sind alle falsch. Schliesslich ist es still, ein Kind fasst sich ein Herz und ruft laut: «Tuba!» Das Publikum staunt. Allegro schmunzelt. «Er war schon bei der Hauptprobe mit dabei – aber schön, dass du nochmals gekommen bist», löst er das Rätsel auf.

Es ist ein gelungener Mix aus Wissen, Spass und ganz viel Musik, der am Sonntagnachmittag im Nassenmattsaal Aesch die Kinder zum Kreischen brachte. Mal müssen sie ein Echo nachmachen oder erraten, welches Instrument ausgerollt eine Länge von 3,78 Meter hätte – und lernen so das Waldhorn und alle anderen Komponenten des Blasorchesters kennen. Gleichzeitig wird ihnen vermittelt, was es braucht, dass die Noten und mit ihr die Musik erhalten bleiben: Vieles über Musik wissen, oft Musik hören, und schliesslich: selbst ein Instrument lernen. Renato Cadisch vom Theaterverein Birmensdorf, der als Detektiv Allegro nach den Noten sucht, rundet das gelungene Arrangement ab. Zur Belohnung spielt die Harmonie für jedes gelöste Rätsel ein neues Stück. «Die sanften Riesen», «Ab in die Berge», oder «Hoch zu Ross» – es sind kurze, rassige und abwechslungsreiche Stücke. «Natürlich habe ich auch schon anspruchsvollere Literatur gespielt», erklärt Präsident Michael Gut nach der Vorstellung, gibt aber zu bedenken: «Auch vermeintlich einfache Musik benötigt viel Disziplin, wenn es gut tönen soll.»

Kinder- statt Kirchenkonzert

Das haben sich seine Vereinskameradinnen und -kameraden wohl zu Herzen genommen, das Kinderkonzert spielen sie auf höchstem Niveau, sodass es auch den Erwachsenen eine Freude ist, den Melodien zu lauschen. Unterstützt wird die Harmonie durch fünf Musikerinnen und Musiker der Young Harmonists. Auch am Musiktag werden die jungen Talente den Verein auf der Marschmusik begleiten. «Wir wollen ihnen bei diesen Anlässen zeigen, was wir mit der Harmonie alles machen, und ihnen das Vereinsleben näher bringen», sagt Gut. 

Fürs interaktive Kinderkonzert schlüpfte Renato Cadisch vom Theaterverein Birmensdorf in die Rolle von Detektiv Allegro.

Fürs interaktive Kinderkonzert schlüpfte Renato Cadisch vom Theaterverein Birmensdorf in die Rolle von Detektiv Allegro.

Normalerweise spielt die Harmonie Birmensdorf in dieser Zeit ihr Kirchenkonzert. Warum in diesem Jahr ein Kinderkonzert? «Das ist eines der Projekte, die wir uns im Bereich der Jugendförderung ausgedacht haben», erklärt Gut. Bereits am Dorffest in Aesch im letzten Jahr hat man Kinder mit Musik in Kontakt gebracht: Damals haben Primarschüler und Kindergärtler zusammen gesungen. Wie der Verein im nächsten Jahr diese Reihe weiterführen will, ist noch nicht sicher – ein ähnliches Projekt wird es aber auf jeden Fall geben. Sicherlich auch, weil die Harmonie mit dem Kinderkonzert vollends zufrieden sein darf. «Wir waren sehr darauf gespannt, wie das Publikum reagiert. Verglichen mit dem Jahreskonzert haben wir uns auch viel näher zu den Zuhörern gesetzt, sodass die Kinder genau beobachten konnten, was auf der Bühne vor sich geht», erklärt Gut.

Und die Kinder, die an anderen Konzerten auch mal störend auffallen können, wenn sie dazwischenrufen, verleihen dem Anlass viel Spontanität und Herzlichkeit. Und sorgen für den einen oder anderen Lacher. «Wie heissen diese Dinger, mit denen ihr heute Musik hört?», will Detektiv Allegro wissen. «Ein Hörgerät!», schreit ein junger Zuhörer enthusiastisch. «Ja, damit gehts auch», meint Allegro schmunzelnd.