Schlieren

Breitere Gänge, Solarzellen und verwirrender Slogan: Migros eröffnete neue Filiale beim Rietbach

Jörg Blunschi, Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Zürich, Christian Meier, Stadtrat der Stadt Schlieren, und André Monn, Marktleiter der Migros Rietbach.

Jörg Blunschi, Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Zürich, Christian Meier, Stadtrat der Stadt Schlieren, und André Monn, Marktleiter der Migros Rietbach.

Der orange Riese startet heute beim Rietbach – es ist der dritte Standort in der Stadt.

Im hart umkämpften Detailhandel schlägt die Migros heute ein neues Kapitel auf. Und weil man mit hoher Qualität oder tiefen Preisen allein niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt, setzt sie auch in der neu gebauten Schlieremer Filiale Rietbach unter anderem auf breitere Gänge zwischen den Regalen und ein breiteres Sortiment. Nicht nur der tägliche Bedarf soll gedeckt werden, sondern auch das Sortiment an Kinderkleidern oder Geschirr ist wesentlich grösser als in gewöhnlichen Filialen. Auch will die Migros den Mittelstand, der sich zum Beispiel die etwas teureren Bio- und weiteren Label-Produkte leisten kann und will, mit offenen Armen empfangen. Als Beispiel das Eier-Regal: Das Sortiment reicht nach oben bis hin zu einem 6er-Karton Demeter-Eier für 6,60 Franken.

All das braucht Platz. 2200 Quadratmeter ist die neue Filiale gross. Damit ist sie grösser als die beiden bestehenden Migros-Filialen in Schlieren zusammen. Jene im Zentrum Parkside beim Bahnhof umfasst 1130 Quadratmeter, jene beim Kesslerplatz 800 Quadratmeter.

Marktleiter der heute eröffnenden Migros ist André Monn. Der 53-Jährige arbeitet seit 1982 für die Migros, machte zuerst die Lehre bei der Migros in Wallisellen. Er ist im Limmattal kein Unbekannter: Die letzten acht Jahre leitete er die rund 1000 Quadratmeter grosse Migros im Dorfzentrum Oberengstringen.

Gestern wurde das neue Limmattaler Migros-Flaggschiff – im Gebäude ist auch ein Denner untergebracht – geladenen Gästen gezeigt. Eigentlich brauche es diese Migros und diesen Denner gar nicht, man sei ja nicht verhungert, sagte der Schlieremer Stadtrat Christian Meier in seiner Ansprache, «aber was ist schöner, als etwas zu haben, das man gar nicht braucht?» Letztlich hätten Schlieremerinnen und Schlieremer so mehr Auswahl, und damit auch mehr Freiheit, wie Meier sagte, ehe er der Migros alles Gute und «viele Kunden, woher auch immer» wünschte. Da die Migros Rietbach direkt von der Bernstrasse zu sehen ist, dürfte sie so manchen Teilnehmer des Durchgangsverkehrs anziehen.

Die Migros schenkte der Stadt gestern einen Check in der Höhe von 2500 Franken für kulturelle Zwecke.

Im Vorfeld gab die Migros-Werbung für die neue Filiale zu reden, konkret der Slogan ‹Ein M Schlierener». Wo es doch eigentlich «Schlieremer» heisst, wie auf Facebook bemängelt wurde. «Die Wortkreation ist stets als Steigerung der Ortschaft zu verstehen. Entsprechend war die Werbung in Uitikon auch ‹Ein M Uitikoner» und nun in Schlieren ‹Ein M Schlierener›», begründete gestern Migros-Sprecher Francesco Laratta.

Stolz ist die Migros auf die Photovoltaikanlage auf dem Dach, die übers ganze Jahr hinaus gesehen mehr Strom produzieren soll, als die Migros Rietbach verbraucht. Die Genossenschaft Migros Zürich bezeichnet die neue Filiale darum als ihre «erste CO2-neutrale».

Die Filiale bietet 80 Parkplätze in der Tiefgarage und 40 ebenerdige Parkplätze. Es hat 5 normale Kassen, 4 Self-Checkout-Kassen und 3 Self-Scanning-Kassen. Zu Beginn werden sich in der Migros 27 Angestellte 2500 Stellenprozent teilen. Speziell ist auch, dass die neu erbaute Migros-Filiale bereits lange vor ihrer Fertigstellung begehbar war – zumindest virtuell. Die Planer nutzten Virtual-Reality-Brillen, um die Räume auf sich wirken zu lassen und zu entscheiden, welche Belichtung am sinnvollsten ist. Am Eröffnungswochenende besucht auch einer der ersten Migros-Verkaufswagen aus dem Jahr 1926, ein restaurierter Ford TT, die neue Filiale und es gibt weitere Attraktionen.

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