Leserbeitrag
Zukunft von Windisch: Campusplatz und Schulraumplanung

Marcel Siegrist
Drucken

Der Gemeinderat Windisch will die befristete Nutzung von öffentlichem Grund mit einem Reglement und einem Gebührenblatt regeln. Anlass dazu gaben die ersten Erfahrungen mit dem Campusplatz und der neue Marktplatz im Dorfzentrum Als Vorbereitung für die Behandlung dieses Geschäftes in der kommenden Sitzung des Einwohnerrates hat die SP-Fraktion lange über dieses Thema diskutiert. Dabei wurden vor allem kritische Stimmen laut. Grundsätzlich wurde mit Erstaunen festgestellt, dass dieses Reglement allein durch die Gemeinde Windisch getragen wird, obwohl der Campus immer als gemeindeübergreifendes Grossprojekt verstanden wurde. Im vorliegenden Reglement fehlt auch jeglicher Einbezug der Fachhochschule und der Studenten. Es wurde bedauert, dass im vorgeschlagenen Reglement eine Absichtserklärung für eine Entwicklung des Campus-Platzes fehlt, eine Entwicklung zu einem lebendigen Ort der Begegnung zwischen vielen Menschen, jung und alt, Studenten und Bruggern, Saalbesuchern und Windischern. In diesem Sinn könnte Windisch mit der Grösse des Platzes eine grosse Chance wahrnehmen. Im Gegenteil, der Vorschlag bringt eine Ueber-Reglementierung, die sogar schon lange bestehende Aktivitäten in den Quartieren (Unterdorfmarkt, Schulaktivitäten, Vereinsleben, etc) einer Bewilligungspflicht unterstellen will. Die Behandlung einer Veranstaltung mit mehr als drei Anlässen pro Jahr als Grossanlass, was ein Gesuch um Bewilligung drei Monate im voraus notwendig macht, verhindert spontane, dem unmittelbaren Tagesgeschehen entspringende, lebendige Aktivitäten und droht auch die Meinungsfreiheit zu beschränken. Zudem ist das Papier geprägt durch unpräzise Formulierungen und enthält zu viele Ausnahmen. In dieser Form kann die SP-Fraktion das Reglement nicht unterstützen. Aber ein vereinfachtes Reglement, geographisch nur für den Campusplatz und den neuen Marktplatz im Dorfzentrum, und inhaltlich beschränkt auf gewerbliche Zwecke, ev. vorerst nur für eine Testphase von 2 Jahren, würde die SP-Fraktion sehr begrüssen.

Weiter wurde das Thema Schulraumplanung diskutiert. Dem Vorhaben und dem beantragten

Verpflichtungskredit von 134 000 CHF kann zugestimmt werden. Die SP Fraktion setzt sich dafür ein, den gesetzlichen Rahmen einzuhalten, keine falschen Signale zu setzen und auch weiterhin die Oberstufe offen zu halten für die Gemeinden des Eigenamtes, natürlich in der Hoffnung, dass bei der Festsetzung der Schulgelder eine für Windisch tragbare Lösung gefunden werden kann. Die SP Fraktion würde sich wünschen, dass zuerst mit dieser Planungsarbeit sachliche Grundlagen geschaffen werden, mit verschiedenen Varianten von Lösungen, die dann erst in einem weiteren Schritt politisch evaluiert werden sollen, vor einem Entscheid über das weitere Vorgehen

Martin Weber