Leserbeitrag
Wir lassen uns die Mundart nicht verbieten!

René Kunz
Drucken
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

Grüezi! Die Lancierung der Volksinitiative «JA für Mundart im Kindergarten» wird damit begründet, dass unsere Mundart und unsere Dialekte einen wichtigen Bestandteil unserer Kultur und Identität beinhalten. Das Volksbegehren verlangt deshalb, dass das kantonale Schulgesetz so zu ändern ist, dass die Unterrichtssprache im Kindergarten grundsätzlich die Mundart ist. Nicht mehr und nicht weniger! Über dieses Volksbegehren entscheidet das Aargauer Stimmvolk am 18. Mai an der Urne.

Kinder sollen im Umfeld des Kindergartens vor allem das soziale Verhalten erleben und stärken können. Dies ist - das frisst keine Geiss weg - am besten möglich mit der Ausdrucksweise in unserer angestammten Muttersprache - der Mundart. Es ist unsere Umgangssprache. Lassen wir doch wenigstens unsere Kinder richtig in unsere Mundart eintauchen. Ich bin der Meinung, dass eine gesunde Bindung zur Muttersprache - sprich Mundart - eine wichtige emotionale Stütze in der Entwicklung der Kinder ist. Die Mundart ist unsere Sprache und diese muss gepflegt und vermittelt werden. Das Schweizerdeutsch ist auch Träger der Traditionen und der Geschichte. Dem Kindergarten kommt auch eine wichtige Funktion zu, denn in vielen Familien kommt heutzutage die verbale Kommunikation viel zu kurz.

Leider droht eine Generation heranzuwachsen, die zwar noch eine Art Schweizerdeutsch spricht, dies aber oft mit seltsam fremdsprachigen Ausdrücken - mit einem völlig verkümmerten Wortschatz. Der Kindergarten leistet einen wesentlichen Beitrag zur Integration. Deshalb soll die Mundart auch als Sprache der Integration verstanden werden. Es gibt keine bessere Methode, sich erfolgreich zu integrieren und ein Gefühl der Dazugehörigkeit zu entwickeln. Unsere Mundart erleidet ohnehin durch den zunehmenden Gebrauch von Wörtern und Redewendungen aus dem angloamerikanischen Sprachraum Schaden mit unerfreulichen Konsequenzen für die Identitätswahrung der Einwohner. Dem Zerfall der Mundart im Kindergarten muss auch aus diesem Grund entgegengewirkt werden. Die Schweiz ist das einzige freiheitliche Land der Welt, welche sich daran macht, ihre eigene Sprache - die Mundart - freiwillig und selbst zu diskriminieren. Mit einem JA am 18. Mai 2014 zur Volksinitiative «JA für Mundart im Kindergarten» wird dem Zerfall der Mundart im Kindergarten entgegengewirkt. Besuchen Sie auch für weitere Informationen www.mundart-ja.ch oder die Facebook-Gruppe «JA für Mundart im Kindergarten».

René Kunz, Reinach, ehem. Grossrat, Initiant der Volksinitiative «JA für Mundart im Kindergarten », Mitglied Abstimmungskomitee