Leserbeitrag
Weltmeisterlicher Besuch beim SC Schöftland

Dany Ryser, Trainer der Schweizer U-17 Nationalmannschaft, welche im Jahr 2009 in Nigeria sensationell den WM-Titel gewann, besuchte den SC Schöftland. Sein Vortrag zum Thema Teambildung und Persönlichkeitsentwicklung am Beispiel der U-17 Weltmeister stiess dabei auf grosses Interesse.

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scs - Im Rahmen des diesjährigen Sponsorenaperos durfte Präsident Roy Fischer in der Aula der Bezirksschule Schöftland keinen geringeren als den Weltmeistertrainer der Schweizer U-17 Nationalmannschaft, Dany Ryser, begrüssen. Obwohl der grösste Erfolg einer Schweizer Fussball-Nationalmannschaft bald drei Jahre zurück liegt, stiess der Anlass auf grosses Interesse. Nebst zahlreichen Sponsoren wurde der Anlass auch von vielen Vereinsmitgliedern besucht. Dany Ryser berichtete in eindrücklicher Manier über die Vorkehrungen und Abläufe in dieser Kampagne. Als Trainer war im beispielsweise bewusst, dass andere Nationen wie Brasilien, Deutschland oder Gastgeber Nigeria die besseren Spieler besass, als die Schweiz. Um Erfolg zu haben, setzte Ryser deshalb alles in die Teambildung und die Persönlichkeitsentwicklung seiner Mannschaft. Im war bewusst, dass gerade in Afrika, wo die Voraussetzungen völlig anders sind als in der Schweiz, nur ein gut funktionierendes Team Erfolg haben könnte. Dass die Wettquote auf einen Schweizer WM-Titel bei den Britischen Buchmachern mit einer Quote von 500:1 stand, war ihm Recht. Zumindest in der Gruppenphase verschaffte dies Vorteile.

Anhand von vielen Beispielen erklärte Ryser, wie er das Team während zweieinhalb Jahren zusammengestellt, analysiert und geformt hat. Seine Spieler mussten von Anfang an eine grosse Mitverantwortung tragen und vor der WM habe jeder Spieler gewusst, welche Rolle er in Nigeria einnehmen müsse. Ein funktionierendes Team, in welchem sich jeder auf den anderen verlassen kann, sei nach wie vor das Wichtigste. Von den 22 selektionierten Spielern waren die Nummern 1 - 13 fussballerisch die besten des Jahrgangs. Doch die Nummern 14 - 22 waren vielleicht nicht fussballerisch die besten, sondern solche, welche sich 100-prozentig für den Erfolg der Mannschaft einsetzten.

Weiter sprach Ryser über die Erlebnisse in Afrika. Eine Busfahrt vom Hotel zum Trainingsplatz dauerte normal rund 25 Minuten. Obwohl der Bus jeweils von einer Polizeieskorte begleitet wurde, dauerte die kürzeste Fahrt 35 Minuten und die längste dreieinhalb Stunden. Um so erstaunlicher war es für Ryser, dass sich seine Spieler darüber nicht aufregten, sondern auf dem Trainingsplatz voll konzentriert bei der Sache waren. Ryser betonte aber auch, dass das Team trotz der grossen Begeisterung der Leute im Land aber stets gut behandelt wurde.

Die Krönung des Vortrages war aber mit Bestimmtheit der emotionale Dokumentarfilm über die Geschehnisse in Nigeria. Die Anwesenden konnten nochmals alle Tore der Schweizer sehen, gespickt dazwischen mit interessanten Kommentaren von Direktbeteiligten zu verschiedenen Aktionen in diversen Spielen. Der Höhepunkt war dann das Finale in Abuja vor 65000 Zuschauern gegen Gastgeber Nigeria, welches die Schweiz durch einen Kopfballtreffer von Haris Seferovic,in Sursee aufgewachsen, für sich entscheiden konnte. Bei der anschliessenden Pokalübergabe durch FIFA-Präsident Sepp Blatter sagte dieser, dass er sich über die Leistung der Schweizer sehr freue. In seinen 30 Jahren bei der FIFA sei es das erste Mal, dass er einer Schweizer Nationalmannschaft Pokal, Diplome und Medaillen habe übergeben dürfen.

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