Leserbeitrag
Rundwanderung im Blasierwald

Lino Burkard
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Pro Senectute Zurzach

Würenlingen (lb) 23 aufgestellte Seniorinnen und Senioren trafen sich am Busbahnhof in Waldshut zur angesagten Wanderung. Es versprach wieder heiss zu werden. Die Aussicht, diesen Tag im kühlen Wald zu verbringen, stimmte alle froh. Die Fahrt zum Ausgangspunkt Häusern war ungewohnt und kurzweilig. Die Reise mit dem öffentlichen Bus führte links und rechts der B 500 durch die Ortschaften entlang der Strecke. Beim Rathaus von Häusern war Endstation und Startpunkt für die Rundwanderung.

Wanderung
Die Wandergruppe zog vorbei an den stattlichen Häusern und gepflegten Gärten hinauf zur Wittlisbergerkapelle. Ein sanft aufsteigender Waldweg führte nun durch das Sägetobel hinauf auf den Schmalzberg. Unzählige kleine und sehr grosse Ameisenhaufen waren zu beobachten. Grüne Stauden, Moose und Gräser bedeckten den Waldboden. Man sah fast ausschliesslich Tannen. Kurz: Es war so wie man sich den Schwarzwald vorstellt.

Geschichtliches
Ein kurzer Abstecher brachte dann die Wanderer zur Moosmühle. Ein kleiner Weiher, ein längliches kleines Sägegebäude und ein schönes, gepflegtes Wohnhaus stehen auf einer kleinen Waldlichtung. Stolz zeigte der alte Säger seine Maschinen. Am liebsten hätte der Mann gleich Wasser auf sein Wasserrad geleitet und für die Zurzacher einen Baum zersägt. Doch die Wanderer zogen weiter. Über eine grosse gerodete Fläche führte nun die Route bergwärts nach Althütte. Zwei Glasermeister betrieben im 16. Jahrhundert dort eine Glashütte. Für die Fabrikation von Glas wurde viel Holz benötigt. Daher wurden solche Hütten in waldreichen Gebieten betrieben. Bei diesem Vorgang wurde aus quarzhaltigem Gestein Glas herausgeschmolzen (verhüttet).
Eine weitere grosse Blütezeit erlebte die Gegend 1929 – 1932. Für den Bau des Stollens und der Staumauer des Schluchsees wurden über 2‘000 Arbeitskräfte benötigt. Diese Leute wurden in der Region untergebracht und verköstigt. Ein Teil dieser Menschen wurde nach der Beendigung der Bauarbeiten sesshaft. Im Weiler steht eine kleine Kapelle. Sie ist dem Hl. Pantaleon geweiht. Das Alter ist nicht bekannt. Sie dürfte jedoch aus der Zeit der Glasbläser stammen. Ursprünglich diente diese Kapelle als Gotteshaus für alle Blasiwälder. Gebaut wurde sie von einem italienischen Steinhauer. 1898 erhielt der Bau seine heutige Grösse.

Nach dem Picknick führte die Wanderung wieder in den Wald hinein. Am Wegrand waren immer wieder Ansammlungen von Fingerhut (Digitalis) anzutreffen. Der Weg führte nun abwärts an der Reinholdhütte vorbei, hinunter zum Dorf Häusern. Im Restaurant Schwalbennest gab es noch genügend Zeit für einen kühlen Abschiedstrunk. Die Zurzibieter Wanderer rühmten die gut ausgedachte, abwechslungsreiche Wanderstrecke. Sie bedankten sich beim Wanderleiter-Ehepaar Eva und Hansjörg Kuhn für die gute Vorbereitung und die umsichtige Führung.