Leserbeitrag
Reise der Männerriege Oberkulm

Marcel Siegrist
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Am Samstag, 1. September trat eine 15-köpfige Gruppe der Männerriege Oberkulm eine zweitätige Reise an. Der Reiseleiter, Heinz Sager, führte uns ins schöne Glarnerland. Das Sernftal war noch vielen Teilnehmern nicht bekannt. Auf dieser Reise erlebten wir viele Ueberraschungen.

Schon auf der Bahnfahrt von Aarau nach Ziegelbrücke überraschten uns Willy Kaspar mit kühlem Weisswein und Edi Maurer mit frischem Käse und sehr feinen geräucherten finnischen Fischen. Es mundete herrlich und stimmte die Gruppe richtig ein. In der Skihütte Obererbs machten wir den ersten Kaffeehalt. Die feinen Heidelbeerkuchen und der Schwii-Oehrli-Kaffee waren Spitze.

Nach diesem Aufenthalt begann die zweistündige Höhenwanderung nach Ampächli. Leider wurden wir von Nieselregen begleitet und nur die Sicht ins Tal hinunter war gut, nach oben waren die Berge mit Wolken bedeckt. Vom Ampächli aus konnte man auswählen entweder mit der Seilbahn, per Mountaincart oder per Trottinett ins Sernftal hinunter zu fahren. 4 mutige Kameraden wagten es mit den Mountaincarts, die anderen bevorzugten die Seilbahn.

In Elm erfolgte eine interessante Führung durch das Dorf. Wir erfuhren nicht nur, dass dort das Skiass Vreni Schneider zu Hause ist, sondern dass der Name Elm vom Ulmenbaum her stammt. In Elm wurden früher die Schiefertafeln hergestellt auf welchen man bis in die 60iger Jahre in der Schule schreiben musste. Die Berge am Martinsloch bestehen aus schwarzen Schiefersteinen. Leider wurden zu viele solcher Schiefersteine abgebaut, so dass 1881 ein gewaltiger Bergsturz ein Teil des Dorfes Elm zudeckte und 114 Personen unter sich vergraben hatte.

Nun ging die Reise weiter nach Braunwald, wo wir in Hotel Adrenalin übernachteten. Wir konnten sehr gutes Essen und eine gastfreundliche Athmosphäre geniessen.

Der Sonntag begann mit einer freudigen Ueberraschung, denn das Glarnerland begrüsste uns mit klarem, blauem Himmel. Etwa eine Stunde nach dem Frühstück erlebten wir bereits die zweite Ueberraschung. Beim Appell vor der Gondelbahn zum Grotzenbüel stellten wir fest, dass ein Mann fehlte. Wir wussten, dass es diesem Kameraden nicht wohl war und über Schwindelbeschwerden klagte. Wir begannen mit einer grossen Suchaktion im ganzen Braunwald, blieben aber erfolglos. Wenn wir dem vermissten Kollegen auf’s Handy telefonierten, läutete sein Handy aber im Schliessfach, wo wir unser Gepäck aufbewahren konnten. Kurz bevor die Rega auf eine Suchaktion starten wollte, tauchte unser verlorener Kamerad wieder auf. Er war einem komplett falschen Pfad zur Gondelbahn gefolgt und kehrte nach ca. 1,5 Stunden wieder zurück. Wir waren froh, wieder komplett zu sein und konnten aus dieser Aktion wieder etwas lernen: Nicht nur eine Handyliste aller Teilnehmer ist notwendig, sondern das Handy muss auf dem Mann getragen werden!! Leider gehört zu einer Reise der Männerriege Oberkulm in den letzten Jahren dazu, dass stets ein Mann gesucht werden muss. Wer ist es wohl im nächsten Jahr?

Durch die lange Suchaktion mussten wir das Sonntagprogramm umstellen. Unser Reiseleiter Heinz war aber sehr flexibel und hatte sofort neue Lösungen anzubieten und wir erlebten eine wunderbare Wanderung in schöner Landschaft mit dem herausragenden Tödi als Merkmal des Glarnerlandes.

Heinz Sager danken wir herzlich für die ausgezeichnete Organisation. Der Schreibende jedenfalls geht vielleicht mal nach Elm um zu sehen, wenn die Sonne durch’s Martinsloch direkt auf die Kirche in Elm strahlt.

Max Haller, Oberkulm