Leserbeitrag
Reaktion auf den Leserbrief von Nicole Müller-Boder

Ester Dietrich
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Ob Kinder von der Mutter, dem Vater, der Grossmutter, in einer Tagesfamilie oder in einer Krippe betreut werden, soll die Entscheidung der Familie sein und jede Lösung kann eine gute Lösung sein. Schwierig finde ich die sehr einseitige Haltung, dass nur Kinder, die zu Hause von ihrer Mutter betreut werden gesund und glücklich sind. Diese Haltung macht es Müttern, die gerne Arbeiten schwer ohne schlechtes Gewissen ihr Kind fremd betreuen zu lassen und sie hindert auch gut ausgebildete Frauen daran Kinder zu bekommen. Meinen Sohn gebe ich ganz bewusst zwei Tage in der Woche in eine Krippe, da ich überzeugt bin, dass er dort viele Dinge lernt, die ich ihm zu Hause nicht bieten kann. Kinder lernen von Kindern. Ganz lange wurden Kinder in Grossfamilien aufgezogen und vom ganzen Dorf miterzogen und waren sehr wohl zufrieden. Die Krippe ist für mich, wie es eine Freundin von mir schön ausgedrückt hat, Grossfamilien und Dorfersatz, ein Ort an dem Kinder mit andern Kinder aufwachsen. Seit 8 Jahren unterrichte ich an verschiedenen aargauischen Primarschulen und ich kann nicht bestätigen, dass die Kinder auffällig sind, die eine Krippe besuchen. Meine Beobachtung ist viel mehr, dass ausgeglichene Eltern eher glückliche Kinder haben. Ich bewundere Mütter, die in der Rolle als Hausfrau und Mutter aufgehen und glücklich sind, ich persönlich arbeite gerne und bin ausgeglichener, wenn ich nicht nur zu Hause bin. Ich fände es schön, wenn dies genauso respektiert würde. Übrigens finanzieren wir uns mit zwei Einkommen kein Luxusleben, ein beträchtlicher Teil meines Einkommen benötigen wir um die Krippe zu bezahlen und dies obwohl wir einen subventionierten Krippenplatz haben.

Ester Dietrich, Aarau

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