Leserbeitrag
Prominenz beim Rotary Club Wynen- und Suhrental

Marcel Siegrist
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Programmchef Markus Kirchhofer hat 44 Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts auf nationaler Ebene einen Mittagstalk mit der abtretenden Ständerätin Christine Egerszegi und der 31-jährigen Berner Nationalrätin Nadine Masshardt organisiert, um die beiden Politikerinnen aus unterschiedlicher Sichtweise über ihre Erfahrungen berichten zu lassen. Gekonnt moderiert wurde das Gespräch von der 19-jährigen Fabienne Ramer aus Boniswil, Schülerin der Alten Kantonsschule Aarau, welche das Freifach politische Bildung belegt und an der Maturaarbeit über die politische Gleich-stellung arbeitet.

Frau Egerszegi wurde seinerzeit in ihrer Wohngemeinde Mitglied der Musikschul-kommission. Die Tatsache, dass sie für die nötigen finanziellen Mittel für die Musik-schule hart kämpfen musste, hat sie „politisiert“. Aus der Einsicht, dass alleine wenig zu erreichen ist, hat sie sich politisch engagiert und brachte es bekanntlich bis zur Nationalratspräsidentin. Das Frauenstimmrecht hatte es ihr erlaubt, als erste Frau in den Stadtrat von Mellingen einzuziehen.

Frau Masshardt stellte fest, dass bei ihrem Eintritt in die Politik der Boden für Frauen schon ziemlich bearbeitet war und sie denn auch von Anfang an viel Akzeptanz habe erfahren können. Sie kämpfe aber vehement für die Erhöhung des Frauenanteils im Parlament.

Naturgemäss drehte sich die Diskussion hauptsächlich um das Thema Vereinbarkeit von Arbeit/politischer Tätigkeit und Familie. Übereinstimmend wurden gute Betreuungs-strukturen für Kinder, genügend KITA-Plätze, die Wertschätzung von Teilzeitstellen gefordert.

Beide Politikerinnen wollen sich weiterhin für die Gleichstellung von Mann und Frau auf allen Ebenen einsetzen. Nach Frau Egerszegi ist in den letzten Jahrzehnten bereits viel erreicht worden. Für Frau Masshardt sind die gesellschaftlichen Ziele noch nicht erreicht.

Eine Woche später war Mike Brunner aus Walde Gastreferent bei den Rotariern. Der Programmchef hatte ihn schon vor längerer Zeit eingeladen und freute sich nun natürlich ganz besonders darüber, dass er ihn als frisch gekürten Bronce-Medaille-Gewinner an den Berufsweltmeisterschaften begrüssen konnte. Der sympathische junge Mann beschrieb in seinem spannenden Referat die umfangreichen Vorbereitungen während zehn Monaten (incl. Medienschulung, Mentaltraining etc.), den Ablauf des Wettkampfs und den „Kulturschock“ bei der Reise vom ländlichen Ruedertal in die brasilianische Metropole.

Weltweit sind 1,2 Millionen Personen in 34'000 Clubs Mitglieder von Rotary. Die Kandidaten können sich nicht bewerben sondern werden angefragt. 1985 verschrieb sich die Organisation mit der Aktion „End Polio Now“ der Ausrottung der Kinderläh-mung. Damals war das Virus in 125 Ländern verbreitet und es gab jährlich 350'000 Ansteckungen. Inzwischen ist die Krankheit praktisch ausgerottet. Rund 1,5 Milliarden Dollar brachten die Rotarier in drei Jahrzehnten zur Erreichung dieses Ziels durch Spenden auf.