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Kirchgemeindeausflug nach Romainmôtier

Urs Wieland
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(chm)

Die Klappe halten?

«Halte die Klappe» – in keiner Weise betraf das die 39 Reiselustigen der Kirchgemeinde Oensingen-Kestenholz am 24. September, die sich voller Vorfreude auf die ganztägige Ausfahrt im Car nach Romainmôtier chauffieren liessen: Denn es gab viel zu erzählen während der gemütlichen Fahrt entlang des Bieler- und Neuenburgersees. Dazwischen platzierte Kirchgemeindepräsident Dieter Riemenschneider in wohldosierten Häppchen allerlei Wissenswertes über die gerade am Weg liegende Region und die bevorstehende Exkursion des über 1100-jährigen Klosters.

Zuerst aber beflügelte bei der Ankunft der in gewohnt welsch-charmanter Manier erfolgte Empfang im Maison du Prieur die Stimmung. Die über der offenen Herstelle golden brutzelnden Coquelets à la broche und weitere herrliche Gaumenfreuden schmeckten vorzüglich, und die fidele Gruppe fühlte sich dermassen wohl, dass die bevorstehende Führung kurzerhand eine ½-Stunde nach hinten verschoben werden musste.

Die Besichtigung startete mit einem kurzen, einleitenden Film, sodann führte Frau Ursula Sommer in die historische Kirche. Die Anfänge der Anlage datieren um 450 n. Chr., wurden danach durch irische Wandermönche und insbesondere das burgundische Cluny massgeblich geprägt und gipfelten in der direkten Unterstellung unter Papst Stephan II als selbstständige Abtei. Aufbau, Erweiterung und damit verbunden bauliche (Stil-)Änderungen folgten teils in kurzen Sequenzen, umgesetzt von einer kleinen Schar Mönche und ihren Helfern.

Seit dem Einfall der Berner und dem reformatorischen Bildersturm ist die Kirche protestantisch, heute mit ökumenischer Prägung; laut Sommer feiern zwischen 40 und 60 Personen regelmässig den Sonntagsgottesdienst in der Kirche.

Nach der Führung gab es Zeit fürs Bummeln und Inspizieren des Örtchens, bevor Walter Gisin die Ausflügler nach einem entspannten und erfüllenden Tag sicher nach Oensingen zurückgeleitete.

Und auf was bezieht sich nun die «Klappe halten»? Im strengen 8-Stunden-Turnus von Schlafen, Arbeiten und Beten hielten die übermüdeten Mönche die Klappvorrichtung auf ihren winzigen Holzsitzen in der Kirche. Wehe, wenn diese mit viel Krach herunterfiel!

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