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Grün wählen – aber nicht grün handeln?

Brunhilde Mauthe
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(chm)

Der letzte Online-Energie-Apéro Aargau der Saison 20/21 stand unter dem Titel «Klimanotstand bis 2030 CO2-frei! Was heisst das?». Nebst den beiden Referaten fand im Anschluss erstmals eine Podiumsdiskussion statt, in der auch die 550 online Zuschauer Fragen stellen konnten – eine Rekordzahl an Gästen!

Organisator Martin Sennhauser, Energie Sennhauser, begrüsste wie immer seine Gäste – rund 130 aus der Region Aarau. Die erste Referentin Isabelle Stadelmann-Steffen, Uni Bern, ging auf das Dilemma von «grün wählen, aber dennoch nicht grün handeln» ein. Dazu erläuterte sie das Akzeptanzdreieck von Soziopolitik, lokaler Betroffenheit und Markt, sowie den Konflikt jedes Einzelnen als politischer Bürger und Konsument. Daten zeigen deutlich, je konkreter ein Bürger oder Konsument von einer Massnahme betroffen ist, desto schwieriger ist die Umsetzung. Deshalb, so Stadelmann, sei eine politische Steuerung notwendig. Ein weiterer Faktor ist die kontinuierliche Information der Bürger.

Peter Weihrauch, 20-jährig und Mitglied des «Klimastreik Aargau» zeigte Ziele und Wege auf, die zum Ziel Netto-Null-Treibhausemissionen bis 2030 führten. Da Selbstverantwortung allein nicht genügt, braucht es politische Vorschriften: mehr ÖV und Velo statt Auto, mehr Nachtzüge statt Kurzflüge, ein Verbot elektrischer und fossiler Heizsysteme und viele weitere Aktionen.

In der spannenden Podiumsdiskussion, die Katia Röthlin moderierte, zeigte sich, dass diese Forderungen zwar vielen klar und dennoch nicht einfach in der Umsetzung sind. Auf dem Podium diskutierten nebst den beiden Referenten auch Gian von Planta, SWL Energie AG sowie die Schülerin Mechthild Mus, ebenfalls Klimastreik-Mitglied. Was für die Klimastreikenden mit Gesetzen und Vorschriften lösbar scheint, war für den Politiker und Energiefachmann von Planta nicht immer ganz so simpel in der Umsetzung.

Informationen und ein Link zur Online-Übertragung auf www.energieaperos-ag.ch