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Die glp Wettingen taucht in die Welt der Wasserversorgung ein

Antonia Zumstein
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Bild: Antonia Zumstein

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(chm)

Die glp Wettingen taucht in die Welt der Wasserversorgung ein

Unter der kundigen Führung von Rolf Baur, Leiter Betrieb und Unterhalt Wasser EW Wettingen, erkundete die glp Wettingen am vergangenen Samstag beeindruckende Bauwerke, die für eine zuverlässige Versorgung der Gemeinde mit Wasser dienen bzw. dienten. Tatsächlich ist das Reservoir Scharten 2 nicht mehr in Betrieb, jedoch deswegen nicht minder interessant. Von aussen ist davon nichts zu sehen, deswegen nutzte die Gruppe die Gelegenheit, in das leere Bassin hinunterzusteigen.

Das Reservoir Birch wurde 2016 nach 112 Jahren Betriebszeit ersetzt. Das Ausmass der beiden Becken, die zusammen 4000 Kubikmeter Wasser fassen, ist enorm. Die fachkundigen Erläuterungen von Herrn Baur machen allen bewusst, wie aufwendig sich die Versorgung einer Gemeinde mit Trinkwasser gestaltet.

Schliesslich gelangten wir zum Grundwasserpumpwerk Tägerhardwald, das auf Würenloser Boden liegt. Gebaut wurde das Werk von den Gemeinden Wettingen, Würenlos und Neuenhof. Seit 2016 in Betrieb, verfügt es über separate Pumpen für jede der drei Gemeinden. Durch das gemeinsame Projekt konnten Baukosten gespart werden. An dieser Stelle möchten wir Herrn Baur vom EW Wettingen unseren herzlichen Dank aussprechen. Wir durften einen äusserst informativen, lehrreichen und spannenden Vormittag geniessen.

Die Bevölkerung kann sich glücklich schätzen, dass das EW Wettingen bestrebt ist, die Wasserqualität auf einem sehr hohen Niveau zu halten. Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass einwandfreies Trinkwasser aus dem Hahnen kommt. Rückstände von Nitrat oder Pflanzenschutzmitteln haben nachweislich ein gesundheitsgefährdendes Potenzial. In Wettingens Grundwasser ist leider auch Chlorothalonil vorhanden. Die Werte mit 0,09 Mikrogramm pro Liter (mg/l) sind knapp unter dem Grenzwert von 0,1mg/l. Das EWW kontrolliert regelmässig die Schadstoffwerte des Trinkwassers. Die Stoffe sickern durch den Einsatz von Pestiziden schon vorher ins Grundwasser. Dagegen kann das EWW nichts unternehmen, die Politik aber schon. Es macht also durchaus Sinn, das Wasser bereits an der Quelle zu schützen und dafür zu sorgen, dass möglichst wenig schädliche Substanzen in die Umwelt gelangen.

Am 13. Juni 2021 wird über die Trinkwasserinitiative abgestimmt. Diese verlangt, dass unsere Steuergelder nur noch für landwirtschaftliche Betriebe eingesetzt werden, die pestizidfrei produzieren, Antibiotika nicht prophylaktisch einsetzen und ihren Tierbestand mit einheimischem Futter ernähren können. Es braucht eine Neuausrichtung der Direktzahlungen. Sauberes Trinkwasser ist ein unschätzbares Gut, zu dem wir Sorge tragen müssen. Die glp Wettingen sagt deshalb JA zur Trinkwasserinitiative.

glp Wettingen

Antonia Zumstein, Aktuarin