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Bremgarter Frauen holen die ersten Punkte in der Nati-B

Patrick Züst
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(chm)

Tischtennis ist ein Männersport – und niemand weiss, warum. Der TTC Bremgarten aber zieht Frauen aus dem ganzen Kanton an. Neu spielt die Damen-Mannschaft sogar in der zweithöchsten Liga der Schweiz.

Schnelle Topspins, harte Schmetterbälle, freudige Jubelschreie. Es waren spektakuläre Spiele, welche sich dem Publikum am vergangenen Wochenende in der Isenlauf-Turnhalle boten. Die Damen-Mannschaft des TTC Bremgarten trat gegen ein starkes Team aus Lausanne an. Das Ziel der Heimmannschaft war klar: Die ersten Punkte mussten her. Denn nach viel Pech in den ersten Begegnungen spielten die Bremgarterinnen jetzt gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf.

«Als wir vergangene Saison in die Nationalliga aufstiegen, wussten wir, dass uns ein sehr hohes Spielniveau erwarten würde», erklärt Daria Schindler. Sie ist Kapitänin der Bremgarter Mannschaft und spielte schon als Juniorin im Verein. «Gegen viele Teams in dieser Liga werden wir vermutlich chancenlos sein. Aber gegen Lausanne liegt auf jeden Fall etwas drin.»

Hoher Frauenanteil dank Juniorenförderung

In der Schweiz wird der Tischtennissport von Männern dominiert – nur rund sechs Prozent aller Lizenzen werden an Frauen vergeben. Fast in der Hälfte aller Vereine gibt es keine einzige Frau. Anders sieht die Situation beim TTC Bremgarten aus: Der Club hat eine der schweizweit grössten Junioren-Abteilungen und fördert Mädchen gezielt. Severina Fischer und Julia Hasse, beide ebenfalls Teil der ersten Damen-Mannschaft, haben genau wie Schindler das Tischtennis-Handwerk im Reusstal erlernt. Das trifft aber nicht auf alle Bremgarterinnen zu: Wegen des verhältnismässig hohen Frauenanteils haben in den vergangenen Jahren immer wieder Spielerinnen aus anderen Clubs zum TTC Bremgarten gewechselt. Auf diese Saison sind beispielsweise die Schwestern Larissa und Saskia Stebler zum Verein gestossen, welche das Damen-Team komplettieren.

Aber wieso spielen denn nicht mehr Frauen Tischtennis? Abschliessend beantworten kann Kapitänin Schindler diese Frage auch nicht. «Es macht eigentlich keinen Sinn: Körperlich ist man als Frau im Tischtennis nicht benachteiligt und in den Nachwuchsabteilungen sind die Leistungsunterschiede häufig klein.» Sie vermutet, dass Symptom und Ursache nahe beieinander liegen: Weil aktuell nur wenige Frauen lizenziert sind, können sich interessierte Spielerinnen häufig schlecht in bestehende Vereine integrieren. «Eine Art Teufelsspirale.»

Optimistisch in die Rückrunde

Im Spiel gegen Lausanne war es dann auch Schindler, welche sich in den ersten zwei Runden als einzige gegen ihre Gegnerinnen durchsetzen konnte. Ihre Team-Kolleginnen Severina Fischer und Larissa Stebler spielten zwar gut mit, blieben aber schlussendlich ohne Chance. Weil das Doppel verloren ging, musste die letzte Einzelrunde entscheiden: Schindler hatte Mühe mit dem Schnittspiel ihrer Gegnerin und verlor in drei Sätzen. Fischer, die bisher ihre Topform noch nicht fand, drehte mächtig auf und spielte ein aggressives Angriffs-Spiel. Die höher klassierte Gegnerin konnte dieses schlussendlich aber doch für sich entscheiden. Somit war es an Stebler, den entscheidenden letzten Match zu gewinnen und dem Team damit den langersehnten Punkt zu sichern. Sie meisterte diese Aufgabe mit Bravour und setzte sich klar in drei Sätzen durch.

«Wir sind froh über den Punktgewinn und werden uns jetzt intensiv auf die Rückrunde vorbereiten», erklärt Schindler nach dem Spiel. «Es wird für uns mehr Heimspiele geben als in der Hinrunde und wir sind deshalb optimistisch, dass wir mit der Unterstützung des Publikums den Ligaerhalt schaffen werden.»

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