Leserbeitrag
Naturschutzverein Würenlingen

Reise ins Sarganserland

Lino Burkard
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Das Eisenbergwerk Gonzen war das erste Ziel der 20 gutgelaunten Frauen und Mannen. Der heisse Tag war äusserst geeignet, wenigstens einen Teil des Tages im kühlen Inneren eines Berges zu verbringen.

Mit dem Suter-Car führte die Reise auf der Autobahn westlich von Zürich vorbei zum Kaffeehalt in Walenstadt. Von da erreichte die Reisegesellschaft in kurzer Zeit den Ortsteil Vild in Sargans. Hier, am Fusse des Gonzen lag der Einstieg für die geplante Besichtigung.

Eisenbergwerk Gonzen

Knappe nannte man einen Mann, der die Lehre als Bergmann erfolgreich abschlossen hatte. Knappenvereinigung Gonzenbergwerk heisst der Verein, der dieses grossartige Zeugnis bergmännischer Kunst unterhält und auch die Führungen veranstaltet. Der Vereinigung gehört neben einem gut geführten Restaurant im Berginnern auch noch ein Rebberg von gut 4 Hektaren.

Nach einer instruktiven Filmvorführung hiess es für die Würenlinger „Helm auf“. Sie bestiegen den „Gonzenexpress“, und ab fuhr die kleine gelbe Stollenbahn. Nach exakt 9 Minuten Fahrzeit kam die Bahn nach 1800 Metern im Hauptbahnhof des Bergwerkes an.

Bereits vor rund 2000 Jahren entdeckten die Kelten das eisenhaltige Gestein im Gonzen. Bis im Jahre 1966 wurde im Gonzen Eisenerz abgebaut. Dabei ist ein Labyrinth von Stollen und Galerien von annähernd 90 km Länge entstanden. Auf einhundert Stockwerken wurde gearbeitet, so orientierten uns unsere führenden „Knappen“. Die Struktur der Erzlager wurde durch gigantische Verwerfungen des riesigen Kalksteinberges gebildet. Diese Verschiebung führte zu einem eigenartigen Verlauf der eisenhaltigen Schicht. Teilweise musste das erzhaltige Gestein aus senkrecht stehenden Lagern abgebaut werden. Die Belüftung des Stollensystems erfolgte auf natürlich Weise über Lüftungsstollen am Taleingang auf ca. 350 m/ü. Meer, oder auf dem Berg auf ca. 1400 m/ü.Meer. Je nach der Lufttemperatur im Freien zog die Luft von oben nach unten oder umgekehrt. Mit Bohrern und Bohrmeisseln wurde das Gestein zum Sprengen vorbereitet. Die Sprengladungen wurden anfänglich mit Zündschnüren, später elektrisch gezündet. Das abgebaute Material hatte einen Eisengehalt von max. 52 %. Die Ware wurde bei der Talstation Malerva (Sargans) sortiert, gewaschen und per Bahn zum Schmelzen in die Stahlwerke spediert.

Mühle in Oberschaan

Nach der sehr eindrücklichen Besichtigung des Werkes führte die Reise nach Oberschaan. Hier kehrte die Gesellschaft im Restaurant Mühle ein. Die Würenlinger Naturschützer liessen sich daselbst von Christian und Marianne Birchmeier und ihrem Team bei einem feinen Essen und guten Weinen, natürlich aus dem Weingut der Kappen des Gonzenbergwerkes, verwöhnen. In der Liegenschaft des Restaurants steht noch eine über 500 jährige, funktionstüchtige Mühle. (lb)