Leserbeitrag
Musik, Reden, Essen im Reg. Alterszentrum in Fislisbach.

Marcel Siegrist
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Der 1. August 2012 war im Reg. Alterszentrum Rohrdorferberg - Reusstal Fislisbach eine ganz besondere Attraktion. Im Garten und im Wintergarten waren die schattigen Plätzchen mit weiss gedeckten Tischen und Essbesteck fein bereit gemacht. Gegen 16.00 Uhr brachten die BetreuerInnen die hier Wohnenden und Gäste zu den Tischen. Sei es am Gehstock, mit Rollator, im Rollstuhl und natürlich auch auf den eigenen Füssen fanden alle ein Plätzchen.

Ab 16.00 Uhr tönten die prächtigen Melodien der Alphorngruppe Reussblick. Auf den verschiedensten Muikinstrumenten, Alphorn, Büchel, Hirten- oder Kuhhorn, Perkussion mit oder ohne Fahnenschwinger spielte die Alphorngruppe mit Herzblut den abwechslungsreichen Hörgenuss.

Auch intern ist die Gruppe beispielgebend organisiert.

Hans Matt, Präsident und musikalischer Leiter spielt alles in das man "reinpusten" kann, sagt er und er meistert auch die schwierigsten Situationen. Als am internationalen Alphornfestival in Nendaz VS sein Mitspieler kurzfristig erkrankte, erspielte er sich alleine im Wettkampf mit blinder Juryrung den ersten und den zweiten Rang.

Karl Saxer baut selber Instrumente, ist nicht nur ein hervorragender Spieler. Er löst auch jedes technische oder handwerkliche Problem in der Gruppe.

Dany Brändli hat keine zusätzliche Aufgabe. Nur so nebenbei ist er noch Obmann der Fahnenschwinger.

Kurt Müller, Kassier, ist der sichere Chauffeur bei Reisen ins Ausland.

Sepp Steffen macht einfach alles was auf ihn zukommt, spielt Alphorn,Büchel- und Kuhhorn, Flügelhorn, Keyboard, Vuvuzela, und Schlauchhorn.

Susanne Meier, Vizepräsidentin, Webmaster ist die Allerbeste und einzige Frau im Team,

Frau Edith Saner, Gemeindeammann Birmenstorf und Präsidentin Gemeindeverband Reg. Alterszentrum Rohrdorferberg - Reusstal übernahm nun das Zepter zur Festrede. Ihre Worte galten vorerst der Zeit vom Beginn des zweiten Weltkrieges 1939. Damals stellte die Schweiz ihre Neutralität in den Vordergrund. In der Bevölkerung hatte man Angst, die Kriegswirren könnten auf unser Land übergreifen. Die Männer waren im Militärdienst, bauten Bunker, Stacheldrahtsperren etc. Die Arbeit daheim bewältigten Frauen und Kinder. Während der Kriegszeit fanden bis gegen 300'000 Schutzsuchende Asyl in der Schweiz. In Birmenstorf war ein Barackenlager wo heute das Schulhaus steht speziell für die Einquartierung von Polen und Italienern.

Heute müssen wir kaum noch auf etwas verzichten; auch wenn wir krank, verunfallt oder alt sind und nicht mehr wunschgemäss funktionieren. Dieser beinahe grenzenlosen Freiheit selber Grenzen setzen, Regeln aushandeln, mit der zunehmenden Vielfalt der Bevölkerung, der Durchmischung von Kulturen umgehen, könnte wichtige Bedeutung für diesen Nationalfeiertag haben. Setzen wir uns mit den neuen Formen des Zusammenlebens auseinander, gehen aufeinander zu anstelle von Misstrauen gegenüber Fremden. Und sind uns bewusst, dass wir mit der weiter zunehmende Vernetzung und Globalisierung aufeinander angewiesen sind.

Die Rednerin sagte wörtlich: "Ihnen, die auf viele Lebensjahre zurückblicken können, danke ich herzlich für alles, was Sie in den vielen Jahren für unser Land und das Zusammenleben gemacht haben. Sie haben viel geleistet und wissen vor allem auch noch, wie es ist, wenn man um existenzielle Sachen kämpfen muss. Ich wünsche Ihnen mit ihren Angehörigen und all denen, die Sie betreuen und pflegen, eine festliche 1.Augustfeier."

Schon wurde das "eidgenössische" Nachtessen (Salat Risotto verschiedene Bratwürste) aufgetragen.

BewohnerInnen und Gäste danken der Leitung, der Administration, der Küche, den Alphornbläsern, den Fahnenschwingern der Festrednerin Frau Saner und all den vielen Leuten die im Hintergrund, ungesehen ihre Kräfte einsetzten. (wo)