Leserbeitrag
Mit Freude und Spass, der Gesundheit im Alter zuliebe

Urs Fischer
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«Wollen Sie erfahren, wie Sie mit Freude und Spass verbunden Kraft und Gleichgewicht trainieren und dadurch Ihre Selbständigkeit und Lebensqualität erhalten und verbessern können?», mit dieser Frage lud kürzlich der «Verein Alterszentrum Suhrhard, Buchs» zu einem öffentlichen Vortragsabend ein. Über 40 Interessierte kamen der Einladung nach und erlebten einen höchst interessanten Abend im neuen Holzachersaal des Buchser Alterszentrums. Der Referent, Dr. Lukas Zahner (Professor an der Universität Basel im Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit), zog das Publikum mit seinen trefflichen und lebendig vorgetragenen Ausführungen zur Bewegungsförderung richtiggehend in seinen Bann.

Für die Gesundheit und die Autonomie im Alter ist Bewegung ähnlich wie die Ernährung von zentraler Bedeutung. Während bei den Kindern die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten im Vordergrund stehen, geht es bei den Seniorinnen und Senioren um deren Erhaltung. Denn verringerte körperliche Leistungsfähigkeit kann zu einem erhöhten Sturzrisiko, zu verschlechterter Mobilität und somit zu einer verringerten Lebensqualität führen. Dem muss möglichst früh und intensiv entgegengewirkt werden. Das Zauberwort heisst also ganz einfach: Bewegungsförderung!

Dazu listete der Referent eine breite Palette an «Bewegungsempfehlungen für 65plus» auf und lud das Publikum gar auch ein, sich mal von den Sitzen zu erheben und einige einfache Übungen mitzumachen. Weil trockenes, langweiliges Training dem Förderungsgedanken keinen Schub zu geben vermag, müssen fantasievolle, anregende und motivierende Momente zum Einsatz kommen. Pure Lebensfreude könne zum Beispiel das «Intergenerative Training» erzeugen, bei dem mit Grosskindern durchgeführte gemeinsame Aktivitäten eine regelrechte «Win-win-Situation» für beide Seiten ergäben (denn so viele Kinder litten ja auch unter Bewegungsmangel). Nicht nur im privaten Bereich sondern bei den veränderten Lebenswelten auch im öffentlichen Raum müsse dies stärker berücksichtigt werden. Statt nur Ruhebänke aufzustellen, täte man besser daran, auf öffentlichen Plätzen, so auch auf den Spielplätzen, Möglichkeiten für Jung und Alt zu schaffen für begegnungs- und bewegungsfördernde Aktivitäten, die mit Spass verbunden sein können.

Um Generationen nachhaltig in Bewegung zu bringen und dadurch einen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen, wurde das Projekt «Begegnung durch Bewegung» ins Leben gerufen, an dem der Referent selber stark beteiligt ist. Anhand von konkreten Umsetzungen (zum Beispiel in einem Park in Basel) konnte er bereits erste Erfolge aufzeigen. Viele weitere gute Ideen seien vorhanden und harren der Umsetzung. Ein nationales Netzwerk sei im Aufbau, denn man wolle mit dem Projekt weitere Regionen, Städte und Dörfer erreichen und sie ermuntern, ebenfalls aktiv zu werden im Bereich der Generationen verbindenden Bewegungsförderung. In der anschliessenden Diskussion wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass in Buchs die einmalige Chance besteht, bei der Gestaltung des «Bärenrank» dem angesprochenen Anliegen besonderes Gewicht einzuräumen. Das Votum fand grosse Zustimmung in der Zuhörerschaft.

(UF)