Leserbeitrag
Männerriege reist ins Ungewisse

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Die Gruppe STARK gibt alles: Kudi von Felten, Markus Strebel, Toni Hufschmid und Markus Meier
Den ersten Schneeflocken entgegen: Kurt Hilfiker, Franz Gisler André Furrer und Hans Hilfiker
Hans Hilfiker, Franz Gisler, Kurt Hilfiker
Chefsache: Präsi Kurt Heimberg geniesst das Dessert

Die letzte Nacht war wohl nicht für alle Reisenden gleich entspannt: Wussten wir doch unser Reiseziel noch nicht. Aber wir vertrauten unseren beiden Reiseleitern Kudi von Felten und André Furrer (Pizza) vollends, was sich einmal mehr als richtig erweisen sollte. So bestiegen am 2. Sept. 2017 13 reisehungrige Männer das Postauto in Niederwil. In Nesselnbach stiessen dann nochmals 4 Wandertypen dazu, die Reisetruppe war komplett. Noch in Mellingen-Heitersberg war nicht erkennbar, in welche Richtung gereist wird. Kurz vor Abfahrt wurde das Perron Richtung Zürich genannt.
Das Umsteigen im HB Zürich hatte ohne Verluste prima geklappt und Kudi gab uns den obligaten Znüni frei. So wurde Käse, frisches Brot kühlen Weissen oder kräftigen Roten herum verteilt. „Es Röteli“ aus Kudi‘s Rucksack verhalf dann die Verdauung anzuregen. Gutgelaut genossen wir die Fahrt, während es draussen schüttete wie aus Kübeln. Nach einem weiteren Umsteigen in Ziegelbrücke Richtung Linthtal wurden die Zielspekulationen wieder angekurbelt. In Folge Gleisarbeiten stand in Ziegelbrücke das Postauto für die Weiterfahrt bereit. Durch Quartiere und kleine Gassen ging die Fahrt flott weiter Richtung Linthal. Unser Bergler Franz erahnte wohl als Erster das Ziel: Braunwald. Und recht sollte er erhalten. Mit der Standseilbahn erreichten wir Braunwald auf 1256 M.ü.M. Nach einem kleinen Einlaufen trafen wir in der „Stätte des verdienten Kaffees“, dem Restaurant Hüttenberg ein. Die missliche Wetterlage zwang die Reiseleitung zur leichten Abänderung der beiden Touren. Nach demokratischem Beschluss war auch dies geregelt und der Aufstieg wurde in Angriff genommen.
Die Gruppe STARK gibt alles: Kudi von Felten, Markus Strebel, Toni Hufschmid und Markus Meier
Die Gruppe STARK nahm den Weg Richtung Ortsstockhaus unter die Wanderschuhe, während die Gruppe FASTSOSTARK den ersten Teil mit der 4-Kabinen Gondelbahn in Angriff nahm. Die Gruppe LOCKER trotzen dem Regen und fuhr mit der Gumenbahn direkt zur Gumenhütte, um nachher zur Ortstockhütte hinunter zu laufen. Leider sank die Temperatur während des Aufstiegs immer tiefer und schon bald begrüssten uns die tanzenden Schneeflocken, die dann ihresgleichen immer mehr wurden. Auf 1772 M.ü.M. angekommen, setzte der Schnee bereits an und wir waren froh, in der gemütlich warmen Gaststube Platz zu finden. Mittlerweile meldeten sich die hungrigen Mägen und die gut gelaunte Maja sorgte, dass die Küche in Schwung kam. Der „Chlöpfer im Mantel“ fand guten Anklang. Aber auch die andern Speisen wurden genüsslich verzehrt. Das Dessert durfte natürlich nicht fehlen. Der Hit, Meringues mit Schlagrahm, war dann auch der Favorit! Inzwischen trafen auch die STARKEN bei uns ein. Sie hatten sich bereits verpflegt und freuten sich auf einen wärmenden Kaffee und so...! Wie sich später herausstellte, musste der Lagerbestand des Glarner Alpenbitter noch ausgeglichen werden, was der guten Stimmung recht gelegen kam. Gut gestärkt nahmen wir, Gruppe FASTSOSTARK und LOCKER den Aufstieg zum Gumen auf 1910 M.ü.M in Angriff. Inzwischen hatte der Schnee angesetzt und es musste trittsicher gelaufen werde. Nach etwa einer Stunde erreichten wir unser Nachtlager Gumen. Begrüsst wurden wir von einem ausgestopften Fuchs, meinten wir! Dem war aber nicht so. Der Fuchs sass wie versteinert da, und bewegte sich erst, als man auf ihn zuging. Wie sich dann herausstellte, war es der „Hausfuchs“, der sich seit zwei Jahren hier sehr wohl fühle und fast handzahm sei. Es soll sich noch ein Zweiter hier herumtreiben. Diese werden von den Wirtsleuten verköstigt und waren daher sehr zutraulich. Inzwischen ist bestens gelaunt Gruppe STARK bei uns eingetroffen. So wunderte nichts, dass Maja und ihr Alpenbitter immer wieder zum Thema wurde und einige fast den ganzen Abend traumatisierte. Wir genossen das feine, und grosszügige Nachtessen. Noch in der Hütte war der Frauenturnverein aus Mettendorf (Ortschaft der Gemeinde Hüttlingen, Bezirk Frauenfeld TG), mit dem wir in Kürze guten Kontakt knüpften und schnell gute Stimmung aufkam. Sogar gejasst wurde gemeinsam. Zur späten Stunde produzierte Kurt Vock sogar noch seinen Klassiker TELLO, die Tells Geschichte aus der Sicht einer Italienerin. So langsam zog sich die Wandertruppe in Ihre grosszügigen Schlaflager zurück. Mit der Hoffnung dass uns der nächste Tag mit etwas Sonnenschein verwöhne.

2. Tag: Recht früh schon war die ganze Schar zum Morgenessen bereit, das nicht unbedingt unseren Erwartungen entsprach. Nach dem obligaten Fotoshooting bei rund 7 cm Neuschnee und nur wenige Grade über 0, nahmen wir den Abstieg in Angriff. Schon bald wärmte uns der Marsch so, dass wir uns erleichtern konnten. Die Landschaft bot in der Nähe ein herrliches Panorama der Talschaft, für die Ferne war die Sicht noch etwas betrübt. Auf dem Weg zur Mittagsrast auf der Bächialp konnte Kurt Vock seinen Geissenkäse ergattern, sozusagen im Tausch gegen Süssmais, den er im Rucksack mitgebracht hatte. Von der Bächialp wurde die Wanderung wiederum in Gruppen fortgesetzt. Solche mit starken Wädli begannen ihren fast 3 stündigen Talmarsch. Die Restlichen wurden sich bewusst, dass auch ihre Wanderung nicht ohne war. Zur Brunnenbergbahn ging’s es recht in die Knie und die Wadli, trotz nur etwa einstündiger Wanderung. Die Luftseilbahn brachte uns nach Luchsingen, wo wir bequem auf den Bus nach Schwanden warteten.

Beim Bahnhof Schwanden brannte bereits wieder die Sonne und der Durst verlangte nach einer kühlen Tranksame. Der einst stolze Schwandenhof ist geschlossen und verkommt zur Ruine. So gab es nur noch den Kiosk zu bestürmen um ein Bier, Glace oder sonst was zu ergattern. Pause mal etwas anders, ganz getreu nach dem bekannten Film: Hinter den sieben Geleisen... Die beiden Gruppen trafen sich hier wieder. Gemeinsam bestiegen wir den Bus nach Ziegelbrücke. Die Heimfahrt haben sicher alle in guter Erinnerung. Die Geräuschvollen, mit viel Emotion geführten Diskussionen im Zug liessen die müden Augen und Beine nicht zur Ruhe kommen. Pünktlich trafen wir im Heitersberg ein und bestiegen den Bus Richtung Niederwil.
Der letzte Halt auf unserer Reise geschah unmittelbar vor dem Haus von Kudi unserem Reiseleiter. Ihm und dem Chauffeur sei es verdankt. Exakt vor dem Haus von Felten hielt der Bus ausserplanmässig an, um die Reiseteilnehmer aussteigen zu lassen – allerdings ohne die Nesselnbacher, die bereits ausgestiegen waren. Auf dem Hausplatz wurde der Empfangs Apéro eingenommen. Spendiert von Sonja – im Kudi seiner Frau. Sie offerierte Speck- und anderen köstlichen Zopf. Vorab musste Kudi die Messer schleifen um den Salami mundgerecht zuzuschneiden. Bier dabei und zum Abschluss ein Kafi avec von Max und Margrit von Felten. Die Reiseleitung, Kudi von Felten und André Furrer, hat uns alle wohlbehalten wieder nach Niederwil gebracht. Diese hat zugesagt, in der Einladung für 2018, das Reiseziel mit einem kleinen Rätsel zu verbinden, damit die Teilnehmer sich selber überraschen können. Abschliessend gebührt unseren Reiseleitern ein grosses Dankeschön für diese zwei erlebnisreichen Reisetage. Sie haben eine tolle Variante gewählt, bei der alle auf Ihre Rechnung kamen. Herzlichen Dank auch allen Teilnehmenden. www.stv-niederwil.ch

Bericht von Hansruedi Schüepp und Thomi Moor