Leserbeitrag
Konfirmation in Schönenwerd

16 junge Männer und Frauen wurden konfirmiert

Marcel Siegrist
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Sechzehn aufgestellte junge Männer und Frauen wurden am Sonntag in der Stiftskirche von Schönenwerd konfirmiert. Vor der voll besetzten Kirche gaben sie eine eindrückliche Präsentation zum Thema „Wasser". Auf unserem im Weltall blau leuchtenden Planeten gibt es genug Wasser, aber nur der vierzigste Teil davon ist Süsswasser, und schon jetzt bahnt sich an, dass im 21.Jahrhundert darum gekämpft und gestritten wird wie im 20.Jahrhundert um das Öl. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden zeigten auf, dass das Wasser ungleich verteilt ist, dass Frauen in Afrika einen Grossteil ihrer Lebenszeit mit Wasserholen zubringen, dass täglich 4‘900 Kinder an durch Wassermangel verursachten Durchfallerkrankungen sterben. Sie stellten den indischen Ort Cherapunjee vor, wo die meisten Niederschläge der Welt niedergehen und trotzdem acht Monate im Jahr Dürre herrscht. Sie beschrieben die Vor- und Nachteile von Stauseen an den Beispielen der Grande Dixence, des Sihlsees und des chinesischen Dreischluchtenstaudamms am Jangtse, der in eine ökologische Katastrophe grössten Ausmasses führen könnte. Im letzten Teil der Präsentation ging es um die Klimaerwärmung und die Folgen des stetig voranschreitenden Anstiegs des Meeresspiegels.
Pfarrer Wilhelm nahm die Thematik in seiner Predigt auf und sprach vom geplanten türkischen Ilisu-Staudamm, der von einem deutsch-schweizerisch-österreichischen Konsortium gebaut werden soll, und dem Widerstand der Bevölkerung im Tigristal. Computer und Internet eröffnen uns ungeahnte Chancen der Information und Möglichkeiten gemeinsamen Handelns über die Grenzen hinweg, von denen frühere Generationen nur träumen konnten. Wir schöpfen das Potential noch lange nicht aus. Wir können es positiv nutzen, wenn wir es mit alten Tugenden kombinieren: Verantwortungsbewusstsein und Bereitschaft zu sorgfältiger Arbeit - auch ohne Bonizahlungen, gepaart mit Engagement in der Nachbarschaft, in Vereinen und kommunalen Behörden, Freiwilligenarbeit und Ehrenämtern. Wo Staat und Gesetzgebung scheitern, können engagierte Einzelne noch vieles zustande bringen. Selber etwas tun und sich einsetzen gegen das Bedrohliche, für das Leben, für eine gute Zukunft von allen Wesen, das macht Sinn, und das macht auch glücklich.
Jürg Frey improvisierte dazu gekonnt solistisch auf dem Saxophon und interpretierte zusammen mit seiner Frau Elisabeth Frey-Bächli eigene Gospelbearbeitungen für Saxophon und Orgel. Die Kollekte war bestimmt für eines der Wasserprojekte, welche das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in der Schweiz auf vier Kontinenten unterhält. Mit einfachen Mitteln sind diese Projekte so effizient, dass jeder gespendete Franken seinen Wert mindestens verzehnfacht.
U.Wilhelm

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