Leserbeitrag
Initiative gegen Lehrplan 21 führt in Sackgasse

Marcel Siegrist
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Die Schule Windisch informierte die Vertreter von Gemeinde- und Schulbehörde, die Eltern und Bildungsinteressierte über den Lehrplan 21. Der Gesamtschulleiter, Philipp Grolimund, führte in die Thematik ein und zeigte auf, wie es zum Lehrplan 21 gekommen ist. Der Bildungsartikel, der vom Schweizer Volk mit über 85% Zustimmung verabschiedet wurde, ist Auftrag für die Kantone, die Bildungsinhalte in der Volksschule anzugleichen. Die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz hat dann den Auftrag erteilt, für die 21 Kantone der Deutsch- und zweisprachigen Schweiz einen Rahmenlehrplan zu erstellen. Aktuell haben 11 der 21 Kantone Lehrpläne beschlossen und veröffentlicht, welche auf dem Lehrplan 21 basieren – weitere 7 Kantone haben dem Lehrplan 21 ebenfalls zugestimmt. Im Kanton Aargau wurde eine Initiative gegen den Lehrplan 21 lanciert – darüber wird im kommenden Februar 2017 abgestimmt.

Urs Oberthaler von der Fachhochschule Nordwestschweiz stellte den Lehrplan 21 vor, erklärte die Systematik dieses Lehrplans und zeigte vor allem auf, dass der Lehrplan 21 die Bildungsziele systematisch aufbaut und verbindlicher beschreibt als der alte Lehrplan. Die Kompetenzorientierung ist nichts Neues und wird im Lehrplan 21 einfach stärker fokussiert. Die Mehrheit des Aargauer Parlaments und auch die Regierung befürworten den Lehrplan 21, ebenso der Schweizerische Gewerbeverband und der Schweizerische Arbeitgeberverband.

Anschliessend nahm der Gesamtschulleiter der Schule Windisch Stellung zur Intitiative gegen den Lehrplan 21. Es konnte aufgezeigt werden, dass eine Annahme der Initiative für die Schule Aargau viele negative Auswirkungen hätte und die Aargauer SchülerInnen in vielen Bereichen isolieren würde. Kinder von Familien, die zu oder wegziehen, hätten weiterhin grosse Anpassungshürden zu überwinden. Dass dies endlich der Vergangenheit angehören sollte, war eines der Hauptargumente für den Bildungsartikel. Es wurde klar – die Initiative „Ja zu einer guten Bildung – nein zum Lehrplan 21“ führt nicht zu einer guten Bildung, sondern in eine Sackgasse.