Leserbeitrag
GV der Vereinigung Aktiver Aargauer Senioren (VAAS)

Fabienne Schmid
Drucken

Der Präsident der Vereinigung Aargauer Aktiver Senioren, Rolf Bechter, konnte rund 30 Anwesende zur ordentlichen Generalversammlung begrüssen. Die statuarischen Geschäfte warfen keine hohen Wellen, der Vorstand neben dem Präsidenten, bestehend aus Edwin Schnellmann, Maximilian Reimann ( Nationalrat ), Christoph Steinemann, Peter Wirz und Werner Wassmer wurden einstimmig für 2 Jahre wiedergewählt, neu aufgenommen in den Vorstand wurde Frau Susi Schildknecht aus Jonen.

Zu Diskussionen Anlass gaben zwei Punkte, nämlich Autofahren im Alter und differenzierte Betreuungstarife in Alterszentren. Zu diesem komplexen Themenbereich sprachen einerseits Christoph Steinemann und der als spezieller Gast begrüsste Daniel Suter, stv. Geschäftsführer der VAKA.

Der Präsident konnte die offizielle GV nach einer Stunde beenden und die Gastreferentin, Frau Brigitte Häfele von der Aarg. Stiftung Suchthilfe begrüssen, mit ihrem Vortrag

Sucht im Alter

Sie führte aus:

Der Konsum von Alkohol und Medikamenten steigt bei zahlreichen älteren Menschen nach der Pensionierung an. Allerdings ist die Problematik alter suchtkranker Menschen noch zu wenig bekannt. Ein wichtiger Unterschied zu jüngeren Menschen besteht darin, dass ältere, suchtkranke Menschen selten auffallen. Sie stehen nicht mehr im Berufsleben, wo häufige Kurzabsenzen, Bagatellunfälle oder Unzuverlässigkeiten auffallen. Zuweilen haben sie keinen Führerschein mehr und sind dadurch weniger in Unfälle durch Suchtmittel verwickelt. Zudem sind sie häufig allein stehend und sozial isoliert. Das Alter birgt verschiedene Risikofaktoren für eine Suchterkrankung: Einerseits körperliche Faktoren wie Schmerzsyndrome, Krankheiten und Schlafstörungen. Andererseits psychosoziale Faktoren wie Aktivitäts- und Kontaktverluste, Verlust an persönlicher Autonomie, das Fehlen von Zukunftsperspektiven und ganz allgemein von lustvollen Erlebnissen.

Bei älteren Menschen verspürt das Umfeld oft Hemmungen, zu reagieren. Verharmlosung und Wegschauen sind häufig. Man denkt, im Alter lohne sich eine Veränderung nicht mehr. Doch eine Abhängigkeitserkrankung bedeutet in jedem Alter Leid und führt zu Beeinträchtigungen. Auch ältere Menschen haben Anspruch auf Hilfe bei Abhängigkeitsproblemen, denn Veränderung lohnt sich in jedem Alter!

Nach reger Diskussion zu dieser Problematik beendete der Präsident die diesjährige Generalversammlung und bedankte sich bei der Referentin für ihr fundiertes Referat.

Werner Wassmer, VS-Mitglied VAAS

Aktuelle Nachrichten