Leserbeitrag
Gruppo Sportivo im Schwarzwald

Marcel Siegrist
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Bilder zum Leserbeitrag

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Seit mehr als 20 Jahren treffen sich die 10 im AHV-Alter befindlichen oder sich diesem Meilenstein nähernden Mitglieder zur Herbsttour. Der Begleitbus von Hannes Rösch schafft dabei die erwünschte Autonomie und Beweglichkeit. Bereits im Mai wurde über die Auffahrtstage auf den bergigen Strassen Mallorcas die Kondition aufgebaut. In der Zwischenzeit brachte sich ein jeder nach eigenem Gusto auf Hochform, auch mit dem Bike anlässlich längerer Auslandstouren.

Nach dem letztjährigen Event entlang den Höhen und Ufern der Loire unter Conrad Walther übernahm Hanspeter Zehnder die Charge des Capitano. Dieser ist verantwortlich für die Organisation und insbesondere für die Routenwahl und damit verbundene Trainingsziele. In der Tat setzt der neue, sehr fitte Capitano nicht nur beruflich hohe Ziele, sondern auch im Sport. Viele Höhenmeter gehörten zum Pflichtprogramm.

Während den vier Tagen im Schwarzwald wurde somit nicht gemütlich geradelt, sondern ambitioniert in recht forschem Tempo gefahren, der Puls manchmal auch am oberen Limit, aber unter Kontrolle. Am ersten Tag startete das Team im Brillen Trotter-Dress in Schopfheim bei Rheinfelden. Nach einer kurzen Stärkung in Todtnau gings über den Notschrei mit bis zu 11 prozentigen Steigungen hinunter nach Kirchzarten. Nach dem Essen führte die Strecke hinauf nach St. Peter mit den beiden dominanten Türmen der ehemaligen Benediktinerabtei. Nach einer längeren Abfahrt wurde nach 70km und über 1000 Höhenmetern in Glottertal, besser bekannt als Gemeinde mit der Schwarzwaldklinik aus der TV-Serie der 80er Jahre, Quartier bezogen.

Am zweiten Tag diktierte leider der Regen den Ablauf. Dieser Umstand gab die Gelegenheit zur Werkbesichtigung der imposanten Zehnder-Fabrik in Lahr. Eine Erweiterung des Firmengeländes ist bereits im Gange. Hier werden mit über 400 Mitarbeitenden als Filiale des Gränicher Werkes Heiz- und KIimakörper fabriziert und exportiert. Effizienz, Qualität, internationale Dimension der Zehnder-Group sowie spürbare Swissness waren augenfällig. Am Nachmittag wurde ein Lichtblick am Himmel sofort zu einer intensiven Kurztour genutzt bevor der Himmel im Elzachtal wiederum die Schleusen öffnete.

Am folgenden Tag meinte es der Herrgott mit den Pedalisti gut. Die mehrheitlich flache Etappe mit Ausnahme des steilen Übergangs ins Markgräferland, vorbei an herausgeputzten Dörfern und gepflegten Rebhalden der Badischen Weinkultur, führte zuerst nach Breisach bis hinauf zum Stefansdom und dann wieder zurück in die Gegend von Freiburg im Breisgau. Am Schluss waren es immerhin rund 120km. Das zügige Fahren in Kolonne unter dem bewährten und zähen Schrittmacher Ruedi Schmid, das monotone Rauschen der Reifen auf dem Asphalt, sodann die Konzentration und Leistungsbereitschaft eines jeden bilden immer ein besonderes Erlebnis, ja dieses „Gruppo-Feeling“ ist ein Höhepunkt.

Am Sonntagmorgen wurde der tiefen Wolken wegen frühzeitig zur steilen Schlusstour von 320m/M auf 1250m/M auf den Aussichtspunkt „Kandel“ gestartet. Dann wurden die Koffern und Räder verladen und der Heimweg angetreten.

2013 steht wieder Mallorca auf dem Programm und die Herbsttour wird in die Champagne in die Gegend Verdun-Reims-St. Quentin führen. Zur Tradition gehört vorher im Januar die Rück-und Vorschau bei Remo Rimoldi in Schöftland.

Bei einem Altersdurchschnitt von 62 Jahren ist noch lange nicht Schluss mit sportlichem Velofahren. Der Ankauf neuer und moderner Rennräder durch einige Mitglieder beweist den Willen noch lange fit bleiben zu wollen und im eingespielten Team sowie in guter Kameradschaft weiterhin – so Gott will - sportliche Herausforderungen zu bewältigen.

Léon Borer, Hirschthal

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