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Fraktionsbericht Forum 5430 / EVP Wettingen

Holger Czerwenka
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„Max + Moritz“; dies war der erste Streich – doch der zweite folgt so gleich...

In Anlehnung an Wilhelm Busch und seine Geschichten in sieben Streichen, ist das Kreditgehren für den Rück- und Neubau des Schulhauses Zehntenhof kein Lausbubenstreich, sondern ein notwendiger und absolut begrüssenswerter Schritt für die Schaffung von dringend benötigtem Schulraum in Wettingen. Ein solid ausgearbeitetes und transparent präsentiertes Projekt berücksichtigt die zukünftige Entwicklung der Schülerzahlen und die Bedürfnisse einer zeitgemässen Unterrichtsform. Die Fraktion begrüsst die zusätzliche Unterkellerung des Klassenzimmertraktes als eine wichtige Ergänzung des Raumangebots. Bei Projekten mit solcher städtebaulichen Dimension ist ein gutes Einvernehmen mit der Nachbarschaft und das Aufnehmen derer Anliegen ein zentrales Element für die reibungslose Durchführung. Auch in dieser Hinsicht erfüllt das Bauvorhaben jegliche Anforderungen – so wird das Projekt von den Anrainern positiv aufgenommen und gut getragen. Nicht als letzter Streich soll auf die Minenergie P Zertifizierung des Baus hingewiesen werden – so setzt die Gemeinde ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige Infrastruktur-Strategie.

Als sehr begrüssenswert unterstützt die Fraktion das Kreditbegehren für die Installation des Solarkraftwerkes auf dem Dach des Neubaus Schulhaus Zehntenhof. Dies wäre eigentlich der zweite „Genie-Streich“ im Rahmen des Projekts – doch die Finanzkommission erlaubt sich eher einen Lausbubenstreich mit dem Rückweisungsantrag und der Ablehnung des Kreditbegehrens. Die Fraktion spricht sich vehement gegen eine Dachflächenvermietung innerhalb der Gemeinde aus. Es kann nicht sein, dass das evaluierte Solarprojekt nicht zuletzt wegen seiner Vorzüge aus Wirtschaftlichkeitsüberlegungen her als die zu wählende Variante erkoren wurde – nun aber durch politische Fehlüberlegungen einer Finanzkommission in seiner Rentabilität in die Knie gezwungen wird und dunkle Wolken über dem Solarmodul aufziehen lässt. Denn mit einer künstlichen Verteuerung des Strompreises durch Mietzinszahlungen von der linken in die rechte Hosentasche einer Gemeinde, kann das Projekt nicht wirtschaftlich betrieben werden.

Die Fraktion stimmt einstimmig der Teiländerung Bauzonenplan und Bau- und Nutzungsänderung „Langäcker“ zu. Die Umzonung ist die logische Konsequenz des beschlossenen Grundsatzentscheides durch den Einwohnerrat. Es ist wichtig für die Gemeinde, wenn planerische aber auch rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden, die eine Wohnform des „durchmischten Wohnens“ ermöglichen und beabsichtigen.

Holger Czerwenka
Forum 5430