Leserbeitrag
Fliegen. Fliegen! Fliegen!!!

Walter Plüss
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Der Titel hat nichts mit dem griechischen Flieger Ikarus, sondern mit einer Plage, die uns Männerturner zuhinterst im Diemtigtal heimsuchte, zu tun. Aber schön der Reihe nach.

14 Männerturner starteten kürzlich zur zweitätigen Männerriegen-Reise ins Diemtigtal. Entgegen dem Wetterbericht war angenehmes Wanderwetter. Gestärkt mit Kaffee und Gipfeli im Gasthof Hirschen in Oey schulterten wir die Rucksäcke zum 4 1⁄2-stündigen Marsch entlang der Talsohle bis zuhinterst ins Diemtigtal, der Grimmialp. Das Rauschen des Chirel war ständig im Ohr. Kaum vorstellbar, dass dieser friedliche Bach nach einem heftigen Unwetter 2007 die ganze Talsohle verwüstete.

Nach dem Weiler Horboden wurde es für kurze Zeit recht steil, senkte sich dann aber vor Riedli wieder zur Talsohle und von da alles entlang dem Bach. Die Gipfel des Seehorn, des Rothorn und der Spillgerte kamen ganz langsam näher. Der Abendberg war rechts der ständige Begleiter.

Bei der Sagi Anger, etwas mehr als der Hälfte der Wegstrecke, gabs Mittagessen aus dem Rucksack. Ein kleines Missgeschick hinterliess einen Rotweinfleck auf einem neuen massiven Holztisch. Für die Zimmerleute wird das aber wohl kein grosses Problem sein.

Ausgeruht wanderten wir weiter dem Bach entlang. Für die Gemütlichen standen in lockerer Folge Tafeln mit Diemtigtaler Sagen vom Flöschmanndli, vom Waldvogtenhorn, den Zwergen vom Mäniggrund und vielen anderen.

Etwa eine Stunde vor dem Ziel erreichten wir den Wasserspielplatz Tiermattli, an dem Kleine wie Grosse nach Herzenslust „choslen“ können. Wir nutzten den kleinen Kiosk für eine letzte Stärkung.

Eine Stunde später erreichten wir unser Ziel ganz hinten im Tal, die Grimmialp. Beim Gasthof Spillgarte erwartete uns eine kleine Ueberraschung; wir waren zur Uebernachtung für den nächsten Tag eingeschrieben. Die beiden Wirtsleute meisterten das mit ein wenig Improvisation aber meisterlich.

Nun kommt aber das mit den Fliegen; Schon beim Apéro musste eine ganze Reihe der lästigen Tiere ihr Leben lassen. Beim sonst vorzüglichen Nachtessen ging der Krieg gegen die Krabbler aber erst richtig los. Nach hunderten von Leichen nahm ihre Zahl kaum ab. Die gute Laune ging dadurch allerdings nicht in Brüche. Ein gutes Dessert, viel Blabla und ein gemütlicher Jass leitete am späten Abend zur Nachtruhe über (bei einzelnen auch am ganz frühen Morgen).

Zweiter Tag startet mit Regen

Gestärkt mit einem währschaften Zmorge starteten wir zur Wanderung am zweiten Tag. Geplant waren zwei Routen je nach persönlichen Möglichkeiten. Einsetzender Regen machten aber aus einer „längeren“ und einer „mittleren“ Wanderung eine „kürzere“ und eine mittlere. Zuerst ging es aber nur ein paar Minuten zum kleinen Blauseeli mit glasklarem Wasser und gar ein paar Forellen.

Wie gesagt; dann kam der Regen. Der machte den Zwiespalt der Routenwahl leichter. Die lange Tour stand nicht mehr zur Diskussion. Aber oh Wunder – nach kurzer Zeit und einem ruppigen Aufstieg über eine Alpe setze der Regen wieder aus – und das für den ganzen Tag!

Ueber Nidegg unterhalb des Stierenbergs zogen wir steil runter wieder zur Grimmialp. Die zum Teil etwas angerosteten Kniegelenke wurden da arg strapaziert. Nach etwas über drei Stunden waren wir wieder im Talboden und trafen uns im Gasthof Eggli zu einer letzten Stärkung zum Endspurt.

Am Kurhaus und der schlichten Kapelle vorbei kamen wir wieder auf den Weg des Vortags und beim „Gwunderwasser“ zum Gasthof Tiermatti. Hier verzehrten wir zum Abschluss unserer Wanderung ein feines – etwas verspätetes – Mittagessen.

Die allerletzte Etappe ging dann wieder mit dem Kleinbus über Bern nach Neuendorf. Frohgemut, mit wenig Muskelkater und vereinzelt schmerzenden Knien beendeten wir unsere Turnerreise mit einem kleinen Nachtrunk im Kaffee Werd.