Leserbeitrag
Die Famiglia Rossi erzählte mit Musik Geschichten

Stefan Hantke
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Massimo präsentierte sich auch als Verwandlungskünstler
Beatrice und Massimo im Duett der Saiteninstrumente

Mit dem Engagement der Famiglia Rossi gelang es der organisierenden Kulturkommission Staufen, eine heitere Stimmung an einem trüben Frühlingsabend ins Staufner Zopfhuus zu bringen. Die emotionalen Canzoni waren amüsant mit Geschichten von Massimo in ein unterhaltsames Programm arrangiert.
Das Jahresprogramm 2016 der Kulturkommission zeichnet sich durch einen bunten Mix aus Kabarett, Theater und Musik aus. Von der Vielfalt an Rhythmen und Stilen lebte auch der Auftritt der drei Geschwister Rossi und deren Cousine.

Die Mamma war allgegenwärtig
Zum einen gaben die Musiker die Perlen der Plattensammlung der Mamma mit Liedern von italienischen Altmeistern wie Adriano Celentano oder Fred Buscaglione zum Besten, zum anderen entstammten viele Lieder auch aus der eigenen Feder. Die kraftvolle Stimme der ältesten Schwester Beatrice wurde stimmungsvoll mit einer breiten Palette von Instrumenten begleitet: Vom brummligen Kontrabass, dem beschwingten Akkordeon oder der zierlichen Ukulele, über die ganze Bandbreite von Gitarren, bis hin zum Schlagzeug zog die Familie ihr ganzes Register an musikalischem Können. Den stimmungsmässigen Höhepunkt des Abends bot der berühmte Song «Bang Bang» von Cher.

Massimos Ansagen hatten viel Witz und Charme
Der Bandleader verkörperte gekonnt den italienischen Gigolo mit Sonnenbrille und mit Gel zurückgekämmtem Haar in Perfektion. Sein Outfit wurde zuerst mit Veston und danach im ärmellosen, enganliegenden Shirt hochstilisiert. Mit Sombrero oder Pelzmantel wurden die Songs über einen lebelustigen Gaucho oder einem liebeslustigen Tiger intoniert. Massimo ist neben einem Verwandlungskünstler auch ein geborener Erzähler von Geschichten über Liebe, Fernweh und Abenteuerlust. In den 70-iger Jahren kam die Familie per Nachtzug aus Neapel nach Basel, wo sie sich in einer kleinen Wohnung voll und ganz der Musik hingab und sich rasch in den Alltag integrierte. «Nur das Wetter, das Essen und die Sprache waren etwas gewöhnungsbedürftig...» Dass die Band mit einem legendären roten Fiat Panda von Konzert zu Konzert reist, nahmen ihm jedoch nicht ganz alle Besucher im Staufner Zopfhuus ab – das Publikum wurde von der Famiglia Rossi in eine herrliche musikalische Tagtraumreise entführt...

Nächster Anlass der Kulturkommission Staufen: Musiktheater mit «Plissé» am 23. September 2016 im Zopfhuus. Details unter www.kultur-staufen.ch