Leserbeitrag
Die Entfelder Sänger luden zum Kaffeehauskonzert

Soloeinlagen der Sopranistin Melanie Adami

Marcel Siegrist
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Das Wetter präsentierte sich am vergangenen Sonntag nicht himmelblau. Dennoch fanden sich viele Konzertbesucher im Saal der Bauschule (BZU) Unterentfelden ein. Dass die Entfelder Sänger das Glück haben, mit Jonas Herzog über einen ausgezeichneten Dirigenten zu verfügen, ist bekannt, und dass dieser über einen guten Draht zu Berufsmusikern verfügt, auch. So wurde denn das Konzert, welches durch Bruno Treier moderiert wurde, grossartig bereichert und begleitet durch die Soloeinlagen der Sopranistin Melanie Adami , Winterthur, und dem bekannten Pianisten André Desponds, Zürich. Im ersten Programmteil stand ein Konzertpotpourri des Komponisten Robert Stolz im Mittelpunkt. Robert Stolz schrieb über 60 Operetten sowie zahlreiche Filmmusiken und Schlager. Viele Stücke aus seinen Werken wie „Ob blond ob braun..." , „Die ganze Welt ist himmelblau..." oder „Wenn die kleinen Veilchen blühn..." sind bis heute unvergessen, und dass sie beliebt geblieben sind, war bei den Zuhörern spür- und sichtbar. Das Liedgut, worin es ja hauptsächlich um die Liebe ging, vermochte aber auch bei einigen Sängern die Begeisterung und das innere Lächeln zu entlocken. Der Dirigent als Vollblutmusiker verstand es, seine Crew mitzureissen. Die beiden Lieder am Schluss des ersten Blocks „Du, du, du, schliess deine Augen zu..." und „ Mein Liebeslied muss ein Walzer sein..."
gab der Chor in echt operettenhafter Manier zum Besten. In den zwischen die Chorsequenzen geschickt eingefügten Soli brillierte Melanie Adami mit ihrem herrlichen Sopran. Sie wurde dabei von André Desponds mit grossem Einfühlungsvermögen wahrhaft meisterlich und virtuos begleitet. Das Publikum bedankte sich entsprechend mit einem Riesenapplaus.
Der zweite Teil, die Zuhörerschaft hatte sich in der Pause am Kuchenbuffet erlaben können, war dem deutschen Komponisten und Theaterkapellmeister Paul Linke , der übrigens auch als „ Vater" der Berliner Operette gilt, gewidmet. Mit „Venus auf Erden" entstand 1887 ein revueartiger Einakter,
und mit riesigem Erfolg wurde 1899 „Frau Luna" uraufgeführt. Im selben Jahr folgten „Im Reiche des Indra" und 1902 die Operette „Lysistrata". So erstaunt es nicht, dass sich auch seine Lieder im Reiche der Liebe bewegten. Die Zuhörer kamen somit in den Genuss von „Meine einzige Liebe...", „Venus, Venus, steig hernieder...", „Lass den Kopf nicht hängen..." Mit dem Rheinländer „ Schenk mir doch ein bisschen Liebe, sei doch nicht so schlecht zu mir...", dem „Glühwürmchen" (aus Lysistrata) und „Berliner Luft" (aus Frau Luna) schöpften der Chor und die beiden Solisten nochmals aus dem Vollen und ernteten grossen Applaus, welcher natürlich eine Zugabe forderte, der mit „Ach , die Weiber!" aus der Operette „Die lustige Witwe" von Franz Lehar gerne stattgegeben wurde.(yb)

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