Leserbeitrag
Der Wald und seine Funktionen

Der spreitenbacher Waldumgang vom vergangenen Samstag war eine gute Gelegenheit der gleissenden Hitze zu entfliehen.

Marcel Siegrist
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Trotz Ferienbeginn, diversen Veranstaltungen und heissen Temperaturen zog es über 60 interessiert Kinder und Erwachsene in den Wald.
Revierförster Peter Muntwyler stellte einleitend die verschiedenen Waldfunktionen vor. Gemäss gesetzlicher Grundlage sind dies Schutz (Naturnaher, vernetzter Lebensraum, Grundwasserschutz etc.), Nutzen (nachhaltige Bewirtschaftung) und Erholung, dabei ist der Wald möglichst zu schonen.
In der Praxis steht bei der Bevölkerung jedoch die Erholungsnutzung im Vordergrund. Der Wald dient in erster Linie Tummelfeld für Freizeit, Sport, Erlebnis, Abenteuer und vieles mehr. Die eigentliche Waldbewirtschaftung ist oftmals Nebensache und wird mitunter sogar als störend empfunden.
Anhand von Ergebnissen des dritten Landesforstinventars wurde die veränderte Nutzung bzw. die naturnahe Bewirtschaftung des Waldes vorgestellt, der Anteil Laubholz hat in den letzten 20 Jahren auf Kosten der Fichte stark zugenommen.
Vorbei an riesigen Bäumen die von der Motorsäge verschont wurden stellte Marcel Weber an seinem Posten die Dienstleistungen des Waldes etwas näher dar. Öffentlicher wie auch privater Wald dürfen frei begangen werden, dafür werden im Forstrevier Heitersberg rund 60 Km Waldstrassen laufend unterhalten. Auf diese Wege versucht man auch die massiven Besucherströme zu leiten und appelliert auf gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme.
Für den Naturschutz sind im zertifizierten Revier 60ha Wald bestimmt, ein Eichenwald von 40ha ist in Bearbeitung.
Forstwart-Vorarbeiter Martin Bürgisser erzählte auf humorvolle Weise von verschiedenen Berührungspunkten, beziehungsweise Interessenkonflikte aufgrund der vielseitigen Begehrlichkeiten im Wald. Mit Rücksichtnahme und einem freundlichen Grüezi sei das auch sicher problemlos möglich. Speziell betrachtet wurde die Schnittstelle zwischen Holzerntearbeiten und Waldbesuchern. Abgesperrte Strassen sind im gegenseitigen Interesse und der Sicherheit zuliebe zu meiden. Wenn die Motorsäge lärmt sollte man besser das Weite suchen, Ausnahmen bringen einen feinen Kaffee mit.
Wie gewohnt fand man sich zu Schluss bei der Waldhütte ein, wo ein kühles Getränk und ein Imbiss bereit standen. (pmu)