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Das Frölein Da Capo zog ihr ganzes Register

Stefan Hantke
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Mit dem Euphonium wurde viel Rhythmus gemacht.jpg
Ausdruckstark und immer im Takt_Musik und Komik harmonierten perfekt.jpg

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Mirjam Stutz

Gitarre, Trompete, Euphonium und Klavier – das Frölein Da Capo trat im ausverkauften Zopfhuus in Staufen mit einem Ein-Frau-Orchester auf. Damit begleitete sie ihre selber komponierten Lieder mit autobiographischen, zynischen, poetischen – oder ganz einfach alltäglichen Geschichten.
Zur breiten Palette an Instrumenten kam noch das subtil eingesetzte Loop-Gerät hinzu. Mit diesem wurden Rhythmen aufgezeichnet und die livegespielten Lieder gekonnt untermalt. «Ich muss aufpassen, dass es kein Puff gibt», warnte die Künstlerin das Publikum...

Mit Liedern Geschichten erzählen
Nicht selten nahm das Frölein Da Capo die Männer auf die Schippe. «Besonders wenn ein Mann Grippe hat, zeigt er sich sehr wehleidig «wie ein Käfer auf dem Rücken und grochsend wie eine trächtige Kuh», war die tierische Beschreibung. Von sich selber handelte das volkstümlich angehauchte Stück Ennet em Bärgli, bei dem sie ihr nicht vorhandenes Fernweh – eine echte Abnormität wie sie erklärte – zum Thema nahm. Und dann gab es noch einen originellen Rap in Suaheli über den Aufritt in Staufen und als Hommage an die Kulturkommission.

Mundspray, Petticoat und Herkunft als Programm
Der Mundspray als Ersatz für ein Glas Wasser und die kecken und farbenfrohen Petticoats sorgten im Publikum immer wieder für herzhafte Lacher. Das trägerlose Kleid war nicht immer dort, wo es sein sollte. Das Umziehen nach der Pause wurde als Wiedergutmachung bei den Männern tituliert. Und zu ihrer Herkunft: «Ich bin in Willisau aufgelebt – nein aufgewachsen heisst es ja....», erzählte das Frölein von sich selbst. In ihrer Jugend suchte Sie im Städtchen im Luzerner Hinterland Anschluss und war deshalb in manchen Vereinen aktiv. Nur Sport mochte Sie nicht leiden...

Nach der Fernsehkarriere solo unterwegs
Vielen Besuchern war das Frölein Da Capo vom Schweizer Fernsehen bekannt. Mit der amüsanten Bemerkung «Sie haben sich – die 2-Minuten-Trulla von SRF1 – sicher grösser und dicker vorgestellt», spielte die Künstlerin auf ihre Auftritte am Bildschirm bis vor zwei Jahren an. Nun ist sie als Alleinunterhalterin mit dem abwechslungsreichen Programm «Gemisches Plättli» auf Tournee. Staufen war dabei eine weitere erfolgreiche Station. Ihr gesangliches Können stellte die Künstlerin bei der letzten Zugabe mit dem Lied von Janis Joplin Me and Bobby McGee nochmals eindrücklich unter Beweis.

Die nächsten Anlässe der Kulturkommission Staufen: 6. November: Räbeliechtli-Umzug, 5. Dezember Gospelchor Kumbaya