Leserbeitrag
Buchautorin Katharina Morello berichtete aus Simbabwe

Anlässlich des Informationsabends der Aktionsgruppe „Gemeinsam gegen Hunger" referierte Katharina Morello, Theologin, Buchautorin und Journalistin, über die Situation der Menschen in Matabeleland/Simbabwe.

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Anlässlich des Informationsabends der Aktionsgruppe „Gemeinsam gegen Hunger" referierte Katharina Morello, Theologin, Buchautorin und Journalistin, über die Situation der Menschen in Matabeleland/Simbabwe.

Katharina Morello verbrachte mit ihrer Familie 2001/02 ein Jahr in Simbabwe, wo ihr Mann als Arzt tätig war.

Zur Zeit arbeitet sie als Redaktorin bei Brot für alle (für Informell, die Zeitschrift für Oekumene- und Missionsbeauftragte in den Kirchenpflegen und für die Fastenagenda). In dieser Funktion reiste sie weitere Male nach Simbabwe und besuchte dort unter anderem auch das Projekt in Matabeleland, das „Gemeinsam gegen Hunger" seit vier Jahren unterstützt.

Genauso wichtig wie die finanziellen Beiträge sei den Menschen das Bewusstsein, nicht von aller Welt vergessen worden zu sein, sagte Frau Morello, die beeindruckt ist von der Unverdrossenheit, der Fantasie und der Beharrlichkeit, mit der sie ihre schwierige Situation meistern. Davon berichtet sie auch in ihrem Buch „Sie tragen die Welt auf dem Kopf", erschienen im Peter Hammer Verlag (ISBN 978-3-7795-0176-3). „Die Frauen Simbabwes begegnen den schwierigen Umständen in ihrem Land mit bewundernswerter Stärke und ungebrochenem Humor. Sie wissen: Nur wer lacht, überlebt.", schreibt sie.

In der Tat: Nach wie vor wird das Wasser in Eimern, meist auf dem Kopf, von den Flüssen zu den Gärten getragen und den Pflanzen in den mit Erdwällen umgebenen kleinen Beeten handvollweise zugefügt. Nur schon eine relativ kurze Leitung von etwa 200 Metern, die es auch Alten und Kranken ermöglichen würde, ein eigenes Beet zu unterhalten, ist kaum zu organisieren. Dabei wirkt gerade bei Aids-Kranken eine gesunde Ernährung erwiesenermassen lebensverlängernd.

Weiter ist die Inflation so verheerend, dass das Geld, das z. B. mit dem Verkauf von überschüssigem Gemüse verdient wird, kaum eingenommen, schon wieder fast keinen Wert mehr hat. So werden oft Kleinstprojekte, die einer Familie das Überleben sichern würden, durch die rasende Geldentwertung vereitelt.

Angesichts der nach wie vor desolaten Zustände des Landes, - „Bis zu den Wahlen im letzten Herbst ging es stetig bergab, und jetzt dümpelt es stabil am Boden", sagte Frau Morello lakonisch - beschlossen die Anwesenden, das Projekt in Matabeleland für ein weiteres Jahr zu unterstützen.

„Gemeinsam gegen Hunger" steht unter dem Patronat der Ref. Kirchenpflege Windisch. Einzahlungsscheine können bei Frau Margot Weigl, Tel. 056 441 64 87 bezogen werden.

rhh/Regula Haus-Horlacher

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