Leserbeitrag
Bereit für die Mission? Fliegerisches aus Alpnach

Richard Gähwiler
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Einsatzbereit für eine weitere Mission
Hugo Ettlin vom Flpl Kdo begrüsst die Besucher
Treffpunkt für Besucher - das Restaurant Alouette
Organisator Hugo Berger bedankt sich für die Führungen auf dem Flpl

Bereit für die Mission?

Der „Bosmeler Mittwoch Club“ war es jedenfalls! Denn einmal mehr organisierten drei initiative 65+ einen spannenden Ausflug - diesmal zur Besichtigung des Militärflugplatzes Alpnach. Erläuterungen zum technischen Betrieb und zur Mission von Heli-Piloten standen auf dem Programm.

RG. Über 30 Teilnehmer fanden sich ein zum Appell von „Oberst“ Hugo Berger mit seinen „Adjutanten“ Erwin Berger und Erwin Gabriel. Mit militärischen Anspielungen verschob man sich in optimal ausgelasteten Fahrzeugen nach Alpnach, zum Parkplatz des „Restaurant Alouette“. Nach dem obligaten Kaffee-Gipfeli begrüsste uns Hugo Ettlin vom Flugplatz Kommando. Mit verständlichen Darstellungen und spannenden Bildern erläuterte er die Aufgaben und Aufträge der Luftwaffe sowie die Entstehung und Organisation des Flugplatzes. Speziell präsentierte er Betrieb, Bereitstellung, Instandhaltung und Einsätze der Heli Flotte in Alpnach.

Rund 18‘000 Bewegungen werden jährlich in Alpnach registriert. Das sind primär Starts und Landungen mit Helikoptern. Für Versorgungsflüge, Truppen- und Material-Transporte sind das Super Puma und Cougar. Sie besitzen keine Waffensysteme sind aber teilweise mit einem Selbstschutzsystem ausgerüstet. Nach Ausmusterung der Alouette III (dieser Typ flog rund 46 Jahre bei der Schweizer Luftwaffe) ist seit 2008 der Eurocopter den Leichtfliegerstaffeln zugeteilt. Als leichter Transport- und Schulungshelikopter, sowie in einer „Komfort-Variante“ für VIP-Flüge, ist auch diese Maschine in Alpnach stationiert. Neben Rettungs- und Such-Einsätzen in der Schweiz, dies auch in zivilen Belangen, flog man in den letzten Jahren Einsätze für das UNHCR in Sumatra und Albanien, für die EUFOR in Bosnien, bis auf weiteres zur Verstärkung der Swisscoy im Kosovo und bei zahlreichen weiteren Ausland-Missionen bei Hochwasser und Waldbränden.

Auf Grund des breitfächrigen, multi-funktionellen Wissens, basierend auf entsprechender Ausbildung, sind Schweizer-Equipen für solche Ausland-Einsätze immer willkommen. Dieses Know-how wird von rund 130 Mitarbeitenden der Luftwaffe und ebenso vielen Spezialisten der RUAG täglich neu erarbeitet und umgesetzt. Hier wie dort ist das Fachwissen, gepaart mit schweizerischer Zuverlässigkeit das A und O. Auf einem Rundgang durch die Hallen für Bereitstellung und Instandhaltung der Helis wurde dies veranschaulicht: Kaum zu glauben, dass ein fast zum Skelett ausgeschlachteter Super-Puma, mit demontierten Rotorblättern, hunderten von freigelegten Kabeln, Hydraulik-Anlagen und Leitungen (anlässlich einer 250h-Stunden Kontrolle), in eine paar Wochen wieder abheben soll. Er wird es - denn wir wurden überzeugt – die Leute sind bereit für die Mission! Ebenso die beiden Piloten welche wir abschliessend beim Mittagessen treffen konnten. Im Gespräch mit Thomas Hügli und Valentin Gugerli, beide aus Boswil, blieben keine offenen Fragen – das Wie und Warum um die Pilotenausbildung, die Faszination von Nachtflügen und eine Blick in die Zukunft – (fast) alles konnte man von ihnen erfahren. Das Kaffee mussten die beiden schliesslich verschieben, bereits wartete wieder ein Einsatz für sie.

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