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bbz by bike - mit Muskelkraft ans Mittelmeer

Martin Erne
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Kurz nach der Ankunft am Ziel
Gruppenbild mit allen Finishern

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Müde, aber überglücklich und stolz auf die aussergewöhnliche Leistung, die sie vollbracht hatten, kamen die Teams letzten Freitag gegen Mittag per Velo in Les Saintes Maries-de-la-Mer in der Camargue an. Die nicht enden wollenden 730 km waren endlich geschafft!

Das seit 2007 zum vierten Mal durchgeführte Schulprojekt „bbz by bike“ startete am Sonntagmorgen, 7. Juli, vor der Raiffeisenbank in Zufikon. Interessierte Lernende und eine Handvoll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des bbz freiamt machten sich während der unterrichtsfreien Zeit mit dem Fahrrad auf, innert 5 1/2 Tagen das Mittelmeer zu erreichen.

Die Sponsoren, die ibw Energie AG sowie die Freiämter Raiffeisenbanken, hatten mit ihrem finanziellen Engagement gemäss dem Leitspruch des Finanzunternehmens im wahrsten Sinne des Wortes den Weg frei - oder zumindest angenehmer gemacht. Denn die 11 Jugendlichen und 7 Erwachsenen aus dem erweiterten Umfeld des bbzf mussten die 730 km trotz allem selber zurücklegen – ohne fremde Hilfe, „mit persönlicher Energie“, um es mit dem Motto der ibw auszudrücken.

Täglich hatten die aus zwei bis fünf Radlern bestehenden Teams zwischen 115 und 160 km zu absolvieren. Routenbeschrieb und Kartenmaterial erhielten die Gruppen jeweils am Vorabend. Am Morgen nahmen sie dann die Etappen selbständig unter die Räder, wegen der überaus hohen Temperaturen oft bereits kurz nach 7 Uhr. Beim Mittagshalt trafen sich die meisten Teams wieder und stärkten sich für die zweite Etappenhälfte. Am Abend, nach bis zu 7 Stunden reiner Fahrzeit, brauchte das zweiköpfige Leiterteam verständlicherweise nie ein Wort über das Thema Nachtruhe zu verlieren.

Das ehrgeizige Projekt des bbz freiamt verlangt von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern neben einer grossen Portion Ehrgeiz auch guten Teamgeist. Nicht allen gelang es gleich gut, mittels geschickter Aufgabenteilung das Potential der Gruppe optimal zu nutzen. Am eindrücklichsten zog das einzige reine Frauenteam die Lehren aus einer etwas harzigen ersten Etappe. Bereits am zweiten Tag definierte das Team die Zuständigkeiten neu und war fortan auch dank perfektem Windschattenfahren effizienter und kraftsparender unterwegs als einige ihrer männlichen Kollegen.

Anders als beim letzten Mal aber fiel keine Gruppe ab. Restlos alle Teams kamen jeweils früh am entsprechenden Etappenort an, was zur Folge hatte, dass die Erholungszeit jeweils auch ausreichte, um zusammen mit den anderen Teams die erbrachte Leistung zu feiern. So nahm parallel zur Zahl der gefahrenen Kilometer der Zusammenhalt unter den 18 Teilnehmenden zu.

Doch natürlich gab es auch die anderen Momente. Allen, die während der Tour an ihre Grenzen stiessen, wurde bewusst, dass ein funktionierendes Team unerlässlich ist, wenn es darum geht, Rückschläge zu verdauen und nicht vorzeitig aufzugeben. Da waren erschwerende Witterungseinflüsse wie die grosse Hitze. Da waren aber auch körperliche Beschwerden, hervorgerufen durch Überbelastung, die einzelne Teammitglieder zurückwarfen.

Doch keine der sechs Gruppen liess sich vom Ziel abbringen. Alle erreichten nach der letzten zwar kurzen, aber Kräfte raubenden Etappe über die weiten Ebenen der Camargue das schöne Küstenstädtchen Les Saintes Maries-de-la-Mer, ohne die Hilfe des Begleitfahrzeugs je in Anspruch genommen zu haben.

Und wie es sich für ein richtiges Happy End gehört, fuhren die bbzler und bbzlerinnen jahreszeitgemäss bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen am Mittelmeer ein, sodass beim Baden und Flanieren durchs malerische Küstenstädtchen die Strapazen bald vergessen waren.

Was jedoch bleibt, sind unvergessliche Erlebnisse, ein riesiger Schatz an Erfahrungen und eine Finisher-Umhängetasche, die Ausdruck dafür ist, dass mancher noch so steinige Weg im Leben gemeistert werden kann, wenn man nur wirklich will und an sich und seine Fähigkeiten glaubt!