Leserbeitrag
Aussergewöhnliches Konzert in der Marienkirche Magden

Neues Projekt von SchenkArt

Marcel Siegrist
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4 Bilder

Am 15. Juni, gleichzeitig mit einer totalen Mondfinsternis, fand in der Magdener Marienkirche ein aussergewöhnliches Konzert statt. Dieses Datum wurde von Eveline Räz-Rey zum Anlass genommen, ein neues Projekt von SchenkART zu starten. Improvisationen zu 20 Werken rund um das Thema „Sterne" schufen ein einmaliges meditatives Konzert. Edith Habraken und Johannes Fankhauser begeisterten das Publikum mit ihrer Musik.
17 KünstlerInnen aus 8 Kantonen folgten dem Aufruf, Werke zum Thema „Ein guter Stern" in Form von quadratischen Bildern oder Texten einzureichen. Die Kunstschaffenden wurden gebeten mit einem kurzen Text die Frage zu beantworten, was Sterne für sie bedeuten. Bild um Bild wurde auf eine grosse Leinwand projiziert. Die Texte dazu wurden vom Schauspieler Raphael Bachmann gelesen. Es folgte eine musikalische Interpretation auf der Marimba oder auf der Orgel. Es war, als hätte Olivier Messiaen speziell für diesen Anlass folgendes formuliert:
„Sterne hören zu können ist eine Vorstellung, die mich in positivem Sinn verzaubert."
Wie aus der Ferne holte Edith Habraken die Botschaft des Sternenhimmels von Susi Kramer mit feinen Tönen beginnend zu uns in den Raum. Das zweite Bild von Ruth Ingold-Wöhrle zeigte die Flexibilität und die Spontaneität von Johannes Fankhauser ganz besonders. Das Klingeln eines Handys übernahm er gekonnt und liess sich gleich davon inspirieren. So war es schwer auszumachen, ob es nun ein Handy war, oder ob es nicht vielleicht doch die Orgel war, die Raphael Bachmann ins Wort fiel. Es folgten sphärische und mystische Klänge zu den Bildern im ersten Teil und der Triangel brachte einen Text zum Glitzern.
Im Mittelteil gab es ein paar Bilder mit weihnächtlichem Charakter. Es klangen Melodien wie „Ich steh an deiner Krippe hier" an oder auch „Jingle Bells" beim fröhlichen Stern mit „Christmas Hat" von Silvia M. Arnold. Bei der Himmelszeichnung (sich kreuzende Kondensstreifen) überraschte Edith Habraken mit dem Spielen in der Luft und einer akrobatisch anmutenden Landung auf der zweieinhalb Meter langen Marimba. Von Johannes Fankhauser gab es darauf die vertraute Melodie von „Weisst du wie viel Sternlein stehen?" in Variationen zu hören. Die Fotos von Wasserkristallen animierten die beiden Musizierenden zu einer gemeinsamen Improvisation: Orgel und Wassermusik. Ungewohnt in der Kombination und doch so effektvoll und zu einem Ganzen verschmolzen. Das Konzert schloss mit einem glanzvollen Stück auf der Mathis Orgel zu einem Sternenbild von Rosmarie Elkuch. Der kräftige und lang anhaltende Applaus zeigte, dass die BesucherInnen tief berührt waren. Beim anschliessenden Apéro unter freiem Himmel fand der Abend einen warmen Ausklang in passendem Rahmen. Der Mond versteckte sich hinter den Wolken, als ob er gemerkt hätte, dass er nicht Hauptdarsteller war.
Eveline Räz-Rey zeigte sich hoch erfreut: „Ich bin glücklich und total beeindruckt wie das Zusammenspiel der KünstlerInnen harmonierte. Für mich hat sich an diesem Abend der Begriff Sternstunde neu definiert. Mein Leitsatz „Präsent ist - präsent sein" hat eine neue Dimension erhalten. Wie die vielen tollen Rückmeldungen zeigen, gingen die Besucher des Konzertes reich beschenkt nach Hause. Wir werden das erfolgreiche Konzept weiter überarbeiten und planen in ein bis zwei Jahren einen weiteren guten Stern aufgehen zu lassen."
Dank vier Sponsoren konnten wir mit diesem Benefizkonzert einen Betrag von Fr. 2600.- erarbeiten. Dieser wird an folgende zwei Musikprojekte verteilt: An die Stiftung „Schlagzeug- und Marimba-Schule Edith Habraken" für die Einrichtung eines weiteren Jugendensembles und an die Don Bosco Schule in El Laurel (Ecuador) zur Anschaffung von Musikinstrumenten. Ein herzliches Dankeschön geht an alle, die zu diesem erfolgreichen Anlass beigetragen haben. (zvg)