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Ausflug mit dem Zug nach Zug

Marcel Siegrist
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Warum in die Ferne schweifen?

Diese Frage stellte sich das Reise-OK des Frauenchors und kam zum Schluss, dass wir dieses Jahr sozusagen in der Region bleiben könnten. Die Idee war super: Zug kennt man doch hauptsächlich als internationale Geschäfts- und Briefkasten-Stadt. Wir wurden eines Besseren belehrt, denn Zug ist ein touristisches Kleinod. Neben dem See und dem einzigartigen Blick auf die Zentralschweizer Berge kann man die Altstadt entdecken – oder in Bahnhofsnähe ausgiebig in modernen Geschäften shoppen.

All das genoss die ansehnliche Frauenchorgruppe am letzten Samstagmorgen. Durchs Freiamt sind wir mit der Bahn angereist. Die Fahrt verging im Flug – es wurde viel geplaudert und nach jedem Umsteigen oder neuen Reiseetappen ergaben sich andere Grüpplein. Es war eine wunderbare Gelegenheit, die Chormitglieder der "anderen Stimmlagen" näher kennen zu lernen.

In Zug angekommen, suchten einige erst mal ein Café auf, während andere gleich dem See zustrebten, um über die Promenade in die Altstadt zu gelangen. Dort ging richtig die Post ab – es war Wochenmarkt, zusätzlich ein grosser Flohmarkt sowie ein Fest der Pfadfinder. Und mittendrin spielte eine jugendliche Bigband rassige Musikstücke und Evergreens. Vor lauter Leuten und Aktivitäten übersah man fast die einzigartigen, mittelalterlichen Bauten und Winkel. Auch die grosse Volière am See hätte eine eingehende Beachtung verdient. – Pünktlich erschienen aber alle an der vereinbarten Bushaltestelle beim Zytturm und wir fuhren nach Schönegg, zur Talstation der Zugerbergbahn. Im Restaurant Bergstation war der Mittagstisch schon gedeckt und wir genossen in fröhlicher Gemeinschaft ein leckeres Mittagessen. Bald marschierte die erste, wanderfreudige Gruppe talwärts – das gute Essen verlangte Bewegung. Die anderen unternahmen einen kleineren Rundgang oben auf dem Berg und liessen sich wieder mit der Bahn nach unten kutschieren. Der nächste fixe Treffpunkt war der Schiffsanleger, wo wir zur gemütlichen Seerundfahrt mit Kaffee und Zuger Kirschtorte starten durften. – Dabei störte es gar niemanden, dass Petrus noch einen Regen vorbeischickte – es wurde einfach weiter geplaudert und sogar gejasst. Als wir das Schiff verliessen und zum Bahnhof marschierten, hat es tatsächlich aufgehört zu regnen und es wurde bemerkt, dass der Frauenchor auf Reisen eigentlich immer Wetterglück habe!

Auch die diesjährige Reise hinterlässt ausschliesslich schöne Erinnerungen. Mehrere Frauen haben sogar angekündigt, dass sie bald nochmal in die schöne Stadt Zug reisen wollen.

Vreni Piel