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Chäshörnli und Siedwurst: Viel Währschaftes mit Blick übers Nebelmeer

Speisen wie zu Grossmutters Zeiten: Wer im «Schnuggebock» in Teufen einkehrt, macht eine Zeitreise. Auch kulinarisch lohnt sich ein Besuch auf dem Hügel mit grossartiger Aussicht auf Alpstein und Unterland.

Jürg Ackermann
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Anita und Chläus Dörig, die die «Waldegg» seit bald 40 Jahren führen – zusammen mit Juniorchef Patrick Eugster (links).

Anita und Chläus Dörig, die die «Waldegg» seit bald 40 Jahren führen – zusammen mit Juniorchef Patrick Eugster (links).

Bild: PD

Unten grau - oben blau. Dass an diesem Sonntag sämtliche Plätze in den Restaurants Schnuggebock und Waldegg inklusive Terrasse besetzt sind, verwundert nicht. Die Sehnsucht nach Sonnenschein ist gross. Selbst die Stadt St. Gallen liegt an diesem Tag in der Nebelsuppe, die von der Waldegg aus zu einem fast schon malerischen Nebelmeer wird, das ganze Landschaften verschluckt.

Zu dieser Stimmung passt es, dass das Restaurant Schnuggebock ziemlich aus der Zeit gefallen ist. Anita und Chläus Dörig hatten vor 20 Jahren die Idee, an der Waldegg ein Restaurant anzubauen, das eine möglichst authentische Zeitreise in frühere Epochen ermöglicht.

Im «Schnuggebock» wird nur aufgetischt, was es schon zu Grossmutters Zeiten gab. Also kein Cola oder auch keine Pommes. Das Essen wird in grossen Schüsseln serviert und auf den alten Holztischen in die Mitte gestellt.

Appenzeller Schnitzel mit Siedwurstbrät

Wir entscheiden uns für zwei Klassiker, die hier oft gewählt werden: Chäshörnli mit Appenzeller Siedwurst (23.50 Fr.) und Chäshörnli mit einem sehr schmackhaften Appenzeller Schnitzel (31.50 Fr.), das einem klassischen Kalbs-Cordon-bleu ähnlich ist, jedoch nicht mit Käse, sondern mit Mostbröckli und Siedwurstbrät gefüllt wird. Vorneweg gibt es einen gemischten Salat und eine Gemüsesuppe (je 7.50Fr.)

Auch für Kinder ist das Restaurant ein Elixier. Durch eine Glasscheibe lassen sich Mutterschwein und Ferkel beobachten, daneben steht das alte Schulzimmer «Tintestobe» mit Bänken und Schulmaterial von anno dazumal. Selbst der Klogang wird hier zum Erlebnis.

Der Göttibueb ist seit vier Jahren Juniorchef

Das Restaurant ist ein klassischer Familienbetrieb. Vorfahren von Dörigs übernahmen die Waldegg 1937, vor 40 Jahren fiel das Restaurant allerdings einem Brand zum Opfer und wurde dann neu aufgebaut.

Patrick Eugster ist Chläus Dörigs Göttibueb und seit vier Jahren Juniorchef im Betrieb. Das Konzept mit dem Erlebnis-Restaurant Schnuggebock und der Waldegg als Lokal mit währschafter Küche, die sich auch offen für moderne Einflüsse zeigt, reizte ihn. Nach Wanderjahren als Hotelier im Wallis ist Eugster deshalb wieder in die Heimat zurückgekehrt.

Nähe ist auch ein wichtiges Stichwort auf der Speisekarte. Wenn möglich, werden sämtliche Lebensmittel aus einem Umkreis von höchstens 50 Kilometern bezogen. Das Fleisch, das auf der Karte einen grossen Stellenwert hat, stammt fast immer aus dem Appenzellerland, Hirschfleisch sogar aus eigener Jagd und Lamm vom eigenen Betrieb.

Viele Speisen im «Schnuggebock» und auch im Restaurant Waldegg sind währschaft, die Portionen üppig. Gut kann man von hier aus gleich loslaufen zu einem Verdauungsspazierung durch die angrenzenden Wälder oder auf dem wunderbaren Eggen Höhenweg in Richtung Teufen, auf dem sich Interessantes erfahren lässt über einheimische Kräuter. Und wo umliegende Hügel wie kleine Inseln aus dem Nebelmeer ragen und der Landschaft etwas Zauberhaftes verleihen.

Restaurants Schnuggebock und Waldegg

9053 Teufen, Waldeggstrasse 977, Telefon 071 333 12 30. www.waldegg.ch. Restaurant Waldegg ist von Di bis So von 9 bis 23.30 Uhr geöffnet, Schnuggebock von Di bis So, jeweils von 11.30 bis 15 und 18.30 bis 23.30.

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