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Neuer Gucci-Film: Lady Gaga punktet mit Eleganz

Unsere Lifestyle-Autorin wurde fast grün vor Neid, als sie sich den neuen Film «House of Gucci» zu Gemüte führte. In Trainerhosen und Schlabberpulli. Die grosse Sehnsucht nach Outfits, die bis ins kleinste Detail durchdacht sind.

Rahel Empl
Rahel Empl
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Bäm, here I am: Lady Gaga im Film House of Gucci.

Bäm, here I am: Lady Gaga im Film House of Gucci.

Bild: Fabio Lovino/AP

Jetzt bricht sie also wieder an, die Zeit der Schlabberlooks. Für viele Menschen heisst es pandemiebedingt: ab ins Home Office. Und damit rein in den übergrossen Hoodie und die Trainerhose. Auf welche fällt denn heute die Wahl, die aus grau meliertem Jersey oder doch auf die unzerstörbare Schwarze aus der Tennie-Zeit?

So oder so: Jegliche Stil-Ansprüche werden unter den heimischen Langflorteppich gekehrt, Elegantes aus der Garderobe eingemottet. Gibt wohl eh keine Gelegenheit mehr in den kommenden Wochen, diese zu tragen – Weihnachtsessen und Glühwein-Umtrunke reihenweise abgesagt.

Wenn ich mir in diesem prä-verwahrlosten Zustand die sagenhaften Outfits zu Gemüte führe, die Lady Gaga in der Rolle der blutrünstigen Patrizia Reggiani in «House of Gucci» spazieren trägt, muss ich mich echt zusammenreissen. Dass ich nicht grün werde vor Neid, so grün wie das figurbetonte Seidenkleid, das ich mir vor mehr als einem Jahr in einem Secondhand-Geschäft gegönnt habe, mangels guter Gelegenheit aber noch nie tragen konnte.

Modefans sollten sich den Film von Ridley Scott ansehen, wegen der von der begnadeten Janty Yates sorgfältig kuratierten Kostüme lohnt sich das allemal. Die Lady Gaga macht eine grossartige Falle, wenngleich die Kleider ganz im Stil der Reggiani stets eine Spur zu eng geraten sind. Aber es zeugt von einer unbeirrbaren Attitüde, sich bei jeder noch so kleinen Gelegenheit herauszupützeln.

Dieses getupfte Seidenkleid ist nicht mal von Gucci, sondern von Max Mara Studio.

Dieses getupfte Seidenkleid ist nicht mal von Gucci, sondern von Max Mara Studio.

Bild: Mondadori Portfolio / Editorial

Am positivsten aufgefallen ist mir das ockerfarbene, weiss gepunktete und gegurtete Hemdkleid aus einem ganz feinen Stöffli. Pure Ironie: Dieses Kleid ist nicht mal von Gucci, sondern heisst Guldo und wurde für Max Mara Studio entworfen, immerhin ein italienisches Modehaus (was Gucci, das zum Luxuskonzern Kering gehört, längst nicht mehr ist).

Bezeichnend, gefällt mir gerade dieses Kostüm so gut, war ich doch nie ein grosser Gucci-Fan. Aber definitiv eine Anhängerin von eleganten, bis ins Detail durchdachten Looks. Die ich post Corona hoffentlich wieder zur Schau stellen darf. Voraussichtlich werde ich das im Stil von Patrizia Reggiani tun: Alles eine Spur zu eng. Home Office und Bewegungsmangel sei Dank.