Pandemie
Neue Corona-Varianten aus Südafrika breiten sich aus

Die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 steigen exponentiell an. Von der WHO wurden sie als besorgniserregend eingestuft.

Wanja Staubli
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In Südafrika wird seit Januar ein Anstieg von Ansteckungen mit den neuen Omikron-Varianten B.4 und B.5 verzeichnet. Beide haben eine Mutation, die bereits bei der einst weltweit dominanten Delta-Variante vorkam. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat BA.4 und BA.5 bereits als besorgniserregend eingestuft.

Seit Mitte April verläuft der Anstieg der Fälle in Südafrika exponentiell. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin, sieht den Grund dafür in der wieder abnehmenden Immunität der Bevölkerung nach den Infektionen mit den ersten beiden Omikron-Varianten.

In Südafrika breiten sich neue Varianten aus.

In Südafrika breiten sich neue Varianten aus.

Keystone

Entstanden sind BA.4 und BA.5 nicht aus den bisherigen Varianten BA.1 und BA.2, stattdessen haben sie sich laut Drosten aus einem gemeinsamen Omikron-Vorläufer entwickelt. Die neuen Varianten sind vereinzelt in mehreren Ländern aufgetaucht. In der Schweiz wurde Ende März ein einziges Mal die Variante BA.4 sequenziert. BA.5 wurde noch nicht entdeckt.

Schwerere Verläufe durch BA.4 und BA.5 sind bisher nicht bekannt geworden und ein Anstieg der Krankenhauseinweisungen bleibt in Südafrika bisher aus. Das könnte sich aber noch ändern. Die Situation wird genau beobachtet.

Auch in den USA gibt es eine virulentere Variante

In den USA wird derweil eine andere Untervariante beobachtet, entstanden ist sie aus BA.2. Diese sogenannte BA.2.12.1 Untervariante weist ebenfalls eine Mutation auf, die eine höhere Virulenz, also eine grössere Ansteckungsfähigkeit, verursachen könnte. Betroffene Gebiete verzeichnen schon einen Anstieg an Krankenhauseinweisungen, jedoch noch nicht in beunruhigendem Ausmass.

Neue Varianten können auch durch eine sogenannte Rekombination entstehen. Dabei mischen sich zwei bereits existierende Subtypen. Eine solche, entstanden aus BA.1 und BA.2, ist in Grossbritannien nachgewiesen worden. Genannt wird dieser Subtyp XE, bekannt ist noch wenig darüber, er scheint sich nicht gegen die anderen Typen weiter durchzusetzen.

Rekombinationen können auch aus zwei Varianten entstehen. Das war der Fall bei Deltakron – einer Mischung aus Delta und Omikron, die sich bis jetzt ebenfalls nicht gross weiterverbreitete.

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