Leben

Ohne Dings doch Bums: Ein Viertel der Schweizer hat Gelegenheitssex ohne Kondom

Bei der neuen Plakatkampagne steht das Kondom im Vordergrund.

Bei der neuen Plakatkampagne steht das Kondom im Vordergrund.

Obwohl die Bevölkerung die Risiken kennt, werden beim Sex nicht konsequent Kondome verwendet. Das zeigt eine neue Befragung.

Befragung Schweizerinnen und Schweizer wissen, dass sie sich mit Kondomen vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können. Trotzdem haben 27 Prozent bei neuen oder gelegentlichen Sexualkontakten im vergangenen Jahr auf den Schutz verzichtet. Das ergab eine Befragung durch die Forschungsstelle Sotomo für die Kampagne «Love Life».

Das riskante Verhalten hängt wohl damit zusammen, dass viele Menschen – besonders Männer – den Sex mit Kondom als weniger intensiv empfinden. Zudem betrachtet über die Hälfte der Befragten das Anziehen des Kondoms als störende Unterbrechung. Rund ein Drittel findet die Handhabung kompliziert.

Mit Gummi fühlt sich ­hygienischer an

Befragt wurden im Auftrag des Bundes 1016 Personen zwischen 16 und 60 Jahren aus der Deutschschweiz und der Romandie. Das Kondom sei das populärste Verhütungsmittel der Schweiz, heisst es in der Medienmitteilung. Der Sex mit Kondom fühlt sich für die Befragten sicherer und für eine Mehrheit auch hygienischer an.

Weiter zeigte sich, dass das Bewusstsein für die Risiken ungeschützten Geschlechtsverkehrs im Laufe des Lebens steigt. Die Befragten verwenden das Kondom bei neuen und gelegentlichen Sexualkontakten heute konsequenter als bei ihren ersten sexuellen Kontakten.

In der Kampagne wird das Kondom für Vaginal- und Analsex empfohlen und dazu aufgerufen, die Risiken des eigenen Sexualverhaltens mittels Online-Check auf lovelife.ch zu überprüfen. 2018 wurden in der Schweiz 425 neue HIV-Diagnosen gemeldet, ein historischer Tiefstand.

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