Kolumne

Künstliche Intelligenz hilft jetzt auch beim Zähneputzen – die Mahnungen kommen per Smartphone

Eine App zeigt sofort an, wie gut der Nutzer Zähne geputzt hat.

Eine App zeigt sofort an, wie gut der Nutzer Zähne geputzt hat.

Mit der «Genius X 20000N»-Kontrollzahnbürste ist schludriges Zähneputzen nicht mehr möglich. Für das Gadget bezahlt man aber einen stolzen Preis.

Ein bisschen führt sich die Zahnbürste auf wie früher die Zahnfee in der Schule. «Länger putzen!» steht unübersehbar auf meinem Smartphone und «Dein Putzergebnis beträgt 64 Prozent», dazu leuchtet ein Teil des virtuellen Gebisses in der App bedrohlich rot, «zu viel Druck während 10 Sekunden». Zähneputzen mit künstlicher Intelligenz kann anstrengend werden.

Dauernd macht man etwas falsch. Denn die neue «Oral-B Genius X 20000N» sendet per Bluetooth automatisch meine dentalen Putzbemühungen an die vorher installierte App.

Anstatt in den Spiegel starre ich beim Zähneputzen nun also auf mein Smartphone und bin erstaunt, wie exakt die Sensoren aufzeichnen, was ich da gerade tue. Oben links geht bei mir anscheinend vergessen. Laut Pressetext hat meine Zahnputzmaschine von Tausenden individuellen Putzstilen gelernt und gleicht diese nun mit meinem ab. Klingt futuristisch, im Alltag ist die «Genuis X» aber vor allem eine sehr konsequente Mahnerin.

Die Zahnbürste garantiert ein angenehmes Sauberkeitsgefühl im Mund.

Die Zahnbürste garantiert ein angenehmes Sauberkeitsgefühl im Mund.

Zahnseide oder Mundspülung vergessen, sie wird es registrieren, Zeit abgekürzt, das gibt eine schlechte Bewertung. Natürlich hat man sich all diese Vorgänge vorher in der App selber zusammengeklickt, etwas sehr kontrolliert fühlt es sich trotzdem an.

Gut, dass die Bürste nur protokolliert, wenn gleichzeitig die App geöffnet ist und man mehrfach gefragt wird, ob und mit wem man seine Daten teilen möchte. Dass der Akku bei den neusten Modellen bis zu zwei Wochen halten soll, ist eine gute Sache, wie das schöne Reiseetui mit USB-Anschluss. Nach einer Woche putze ich meine Zähne tatsächlich gründlicher – das Smartphone brauche ich dafür aber nicht mehr.

© CH Media

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