Er war im Wilden Westen und in Paris, in Madagaskar und auf dem Meeresgrund. Und immer wieder auch in der Schweiz: bei der Bahn, auf dem Flughafen, in den Alpen oder bei der Feuerwehr. Kein Abenteuer war dem schrägen Vogel Globi zu gefährlich, kein Spass zu langweilig und keine Frage, worauf er nicht eine passende – oder zumindest freche – Antwort hätte.

Kochen ist wie zaubern

Nur: Was Fenz, Zibubrüütl oder Toétché bedeutet, wusste wohl auch der vorlaute Spassvogel bis vor kurzem nicht. Deshalb stellt sich der blauhäutige Menschenfreund mit den karierten Hosen und dem gelben Schnabel hinter den Herd. Das macht er zwar nicht zum ersten Mal (Globi kocht vegi, Backen mit Globi), doch diesmal erhält er Unterstützung. Hochkarätige noch dazu. Die gesamte Schweizer Kochstar-Garde versammelt sich im neuesten Buch «Globis Schweizer Küche»: Von Ivo Adam und Andreas Caminada über Tanja Grandits und Silvia Manser bis zu Philippe Chevrier und Stefan Wieser. Allerdings liebäugelt der Kinderliebling nun nicht mit einer Karriere als Sterne- oder Gault-Millau-Koch.

Vielmehr lässt er sich von den Spitzenköchen anleiten, wie man typische Spezialitäten aus allen Kantonen auf den Tisch zaubert. Kochen ist schliesslich tatsächlich ein bisschen wie zaubern, findet auch Martin Weiss, der die Rezepte und Texte für das Buch zusammengestellt hat. Sei es, wenn man ein Ei in die Pfanne schlägt und es sich wie von Zauberhand in ein Spiegelei verwandelt oder wenn man den Rahm mit dem Schwingbesen schlägt und daraus Schlagrahm wird.

Globi kocht

Echte Kulturgeschichte

Hexerei ist allerdings trotzdem nicht im Spiel. Und man muss dafür auch nicht stundenlang in der Küche stehen. Die Rezepte sind in aller Regel einfach und mit Kochhüten bezeichnet, die den Schwierigkeitsgrad angeben, schön illustriert mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Dazwischen erfährt man in Info-Boxen Geschichtliches zu einzelnen Gerichten, aber auch Aufstellungen der berühmtesten Schweizer Käsesorten, Würste oder den wichtigsten Gewürzen für die Küche. Eine echte Kulturgeschichte unserer Ernährung.

Und übrigens findet man darin auch die Antwort, was ein Fenz ist: Das typische Appenzeller Gericht ist ein Brei aus Mehl, Milch, Butter und Eiern. Zibubrüütl ist ein Brötchen mit Zigerbutter und der Toétché ein Rahmkuchen.

Wetten, dass dieses Buch noch vielmehr als die Kinder deren Eltern ansprechen wird. Schliesslich kann man mit Caminada-Capuns oder Basler-Läckerli-Muffins von Tanja Grandits auch bei den Gästen punkten.

Martin Weiss, Globis Schweizer Küche, Globi-Verlag, 128 Seiten, Fr. 32.–.