Coronavirus

Doch kein Babyboom Ende des Jahres?

Ob es Ende des Jahres einen Babyboom geben wird? Die Meinungen gehen auseinander.

Ob es Ende des Jahres einen Babyboom geben wird? Die Meinungen gehen auseinander.

Eine italienische Studie zeigt, dass es entgegen aller Prognosen Ende des Jahres doch keinen Babyboom gibt.

Als der Lockdown in der Schweiz ausgerufen wurde, wurden viele Stimmen laut, dass es Ende des Jahres wohl einen Babyboom geben würde. Dass viele Paare in der Quarantäne Kinder zeugen würden. Und die Anzeichen waren da, denn wer viel zusammen zuhause ist, hat mehr Zeit für Sex und Fortpflanzung. «Krisen sind typische Situationen, um schwanger zu werden. Ich glaube es wird viele Babys geben», sagt etwa Sextherapeutin Dania Schiftan.

Doch eine italienische Studie weist nun eher auf das Gegenteil hin. Denn die Universität Florenz hat 1482 Online-Interviews durchgeführt und bei heterosexuellen Paaren nachgefragt, wie es um das Thema Kinderkriegen steht. Von den insgesamt 944 Frauen und 538 Männer im Alter zwischen 18 und 46 Jahren haben über 80 Prozent angegeben, dass sie während der Coronazeit nicht an Fortpflanzung denken.

Etwas komplizierter sieht es bei 268 der 1482 Befragten aus. Denn sie gaben an, vor der Coronakrise mitten in der Kinderplanung gesteckt zu haben. Davon haben 37 Prozent zwischenzeitlich damit aufgehört. Die Angst vor der Zukunft, den wirtschaftlichen, aber auch den gesundheitlichen Folgen, die das Coronavirus mit sich bringt, sei zu gross. Eine stabile Lage sei durch das Virus nicht gegeben und das schrecke vom Kinderzeugen ab.

Sex ist genauso wichtig wie vor Corona

Aber es geht auch anders: 140 Teilnehmer, knapp 12 Prozent der Befragten, gaben an, dass sie durch die Quarantäne neu den Wunsch hegen, Eltern zu werden. Die Suche nach etwas Positiven in schweren Zeiten sei einer der Gründe für diese Entscheidung. Aber nur die wenigsten arbeiten tatsächlich daran, Kinder zu zeugen und verhüten weiterhin.

Was stimmt, ist dass der Sex in der Coronazeit bei Paaren nicht zu kurz kommt, weil man mehr Zeit hat, wie die Studie zeigt. Knapp über 66 Prozent der Befragten sagen, dass sie zurzeit genauso viel, wenn nicht sogar mehr Sex haben würden.

Trotz der eindeutigen Ergebnisse sei die Studie zu wenig aussagekräftig, wie die Autoren unterstreichen: «Es ist unklar, ob die Resultate in naher Zukunft zu einer wesentlichen Änderung der Geburtsrate führen.» Man wird es anhand der Geburtszahlen Ende Jahr dann schwarz auf weiss haben.

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