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Die Vorliebe für die Partnergrösse ist angeboren

Die Vorliebe für die Partnergrösse ist angeboren. Im Bild: Formel-1-König Bernie Ecclestone mit seiner Frau Slavica (links) und Boxer Wladimir Klitschko mit Hayden Panettiere.

Die Vorliebe für die Partnergrösse ist angeboren. Im Bild: Formel-1-König Bernie Ecclestone mit seiner Frau Slavica (links) und Boxer Wladimir Klitschko mit Hayden Panettiere.

Die Gene, die unsere Körpergrösse bestimmen, bewirken auch unsere Wahl eines ähnlich grossen Partners. Diese angeborene Neigung hat Auswirkungen auf die Durchmischung des Erbguts.

Die Körpergrösse ist eines der Merkmale, die darüber entscheiden, ob wir jemanden attraktiv finden oder nicht. Zwar bevorzugen Frauen oft Männer, die etwas grösser sind als sie selbst, und Männer fühlen sich eher zu etwas kleineren Frauen hingezogen.

Doch die Grössenunterschiede zwischen Sexualpartnern sind statistisch gesehen erstaunlich gering: Meist finden Menschen ähnlicher Körpergrösse zusammen.

Umfangreiche genetische Analysen britischer Forscher haben jetzt ergeben, dass bei der Partnerwahl unsere Gene offenbar einen grossen Einfluss darauf haben, welche Körpergrösse wir beim anderen bevorzugen.

Dieselben Gene, die die eigene Grösse bestimmen, bewirken auch, dass wir einen ähnlich grossen Partner wählen, berichten die Wissenschafter im Fachblatt «Genome Biology».

Diese angeborene Neigung hat Auswirkungen auf die Durchmischung des Erbguts. Sie führt unter anderem dazu, dass individuelle Unterschiede in der Körpergrösse über Generationen hinweg nicht verschwinden, sondern erhalten bleiben.

«Unsere Gene sorgen dafür, dass wir bei der Partnersuche diejenigen attraktiv finden, die eine ähnliche Körpergrösse haben wie wir selbst», sagt Albert Tenesa von der University of Edinburgh.

Wie gross ein Mensch ist, hängt sowohl von Umweltbedingungen – wie der Ernährung – als auch von den Genen ab.

Der Anteil des genetischen Einflusses wird auf etwa 80 Prozent geschätzt. Er beruht auf einigen hundert im Erbgut verteilten Genen, von denen jedes einzelne allein nur einen sehr geringen Effekt hat.

Aus statistischen Untersuchungen ist bekannt, dass heterosexuelle Paare im Schnitt sehr ähnliche Körpergrössen haben, was einer Zufallsverteilung widerspricht.

13 000 Paare analysiert

«Wir haben ermittelt, dass 89 Prozent der genetischen Merkmale, die die eigene Körpergrösse bestimmen, auch die Vorliebe für die Grösse des Partners beeinflussen», sagt Tenesa.

Zu diesem Ergebnis kam sein Forscherteam durch vergleichende Analysen des Erbguts von 13 000 britischen Paaren, bei denen sich die Partner um höchstens zehn Jahre unterschieden.

Demnach müsste sich aus genetischen Merkmalen eines Menschen vorhersagen lassen, wie gross sein Sexualpartner ist.

Genau das bestätigten die Forscher, indem sie die für die Körpergrösse wichtigen Gene einer weiteren Gruppe von 15 000 Menschen analysierten.

Die daraus abgeleiteten Schätzungen für die Grösse des jeweiligen Partners erreichten eine Genauigkeit von 64 Prozent des aufgrund statistischer Annahmen zu erwartenden maximalen Wertes.

Auf noch unbekannte Weise ist die Körpergrösse auch verbunden mit der Anfälligkeit für verschiedene Krankheiten wie Krebs, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Daher könnte der Einfluss der Körpergrösse bei der Partnerwahl von weiterreichender Bedeutung für den Genpool und die Gesundheit menschlicher Populationen sein.

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