Alaska

Der Vulkan Okmok löste einen Klimaschock aus und erledigte die Römische Republik wie auch Kleopatra

Der riesige Krater des Vulkans Okmok.

Der riesige Krater des Vulkans Okmok.

Ein Vulkanausbruch bei Alaska führte 43 vor Christus zu einem Klimaschock, viel Not und politischen Unruhen.

58 vor Christus hat Julius Cäsar die Helvetier bei Dijon im ersten Gallischen Krieg vernichtend geschlagen. Nur 16 Jahre später erdolchten Senatoren um Brutus und Cassius den Herrscher Cäsar und 42 vor Christus besiegelten die Heere der Cäsar-Mörder in der Schlacht bei Philippi den Untergang der römischen Republik.

Kälte, Missernte, Hungersnüte, Seuchen und Unruhen

Für diesen gibt es allerdings nicht nur militärische Gründe. In der Zeit um Julius Cäsars Tod 44 v. Chr. war es ungewöhnlich kalt. Das führte in den Mittelmeerregionen zu Missernten, Hungersnöten, Seuchen und Unruhen. Die Folgen des extremen und plötzlichen Klimawandels bedeuteten auch das Ende von Kleopatras ptolemäischen Königreich in Ägypten.

Vermutet wurde schon lange, dass ein Vulkanausbruch der Grund des Klimaeffekts sein könnte. Nun liefert eine internationale Studie mit Beteiligung der Universität Bern Beweise dafür, wie in der renommierten Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» zu lesen ist.

Ein Vulkan am Ende der Welt

Schuld am Klimawandel ist ein Ausbruch am anderen Ende der Welt. Denn 43 vor Christus explodierte der Vulkan Okmok auf den Aleuten-Inseln vor Alaska. Die gewaltige Explosion schleuderte schwefelhaltige Gase und Asche über 30 Kilometer hoch in die Atmosphäre und hinterliess einen Sprengkrater mit einem Durchmesser von zehn Kilometern. Die Folgen waren global. Kleinste Schwefelsäure-Tröpfchen hielten sich über zwei Jahre lang in der Atmosphäre – und verursachten eine der kältesten Phasen der vergangenen 2500 Jahre in der nördlichen Hemisphäre, wie das Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern schreibt.

Am Anfang dieser Studie steht eine Entdeckung, welche Joe McConnell vom Desert Research Institute in Reno und Michael Sigl vom Oeschgerzentrum in einem Eisbohrkern aus Grönland machten. In der Analyse stiessen sie auf eine aussergewöhnlich gut erhaltene Schicht von feinster Vulkanasche. Diese verglichen sie mit Asche aus Eisproben aus Grönland und Russland und stellten fest, dass der Ausbruch des Okmok einer der grössten der letzten 2500 Jahre war. Mit geochemischen Analysen konnte zweifelsfrei ermittelt werden, dass die Asche ein «Fingerabdruck» des Osmok-Vulkans ist und damit auch, wieviele Mengen an Schwefelgas wann und wo in die Atmosphäre gelangt waren.

Ein Stressfaktor zuviel

Daraus konnten die Berner Forscherinnen und Forscher das Klima mit einem Erdsystemmodell simulieren. Es zeigte sich, dass es im Sommer und Herbst der Jahre 43 und 42 v. Chr. durchschnittlich drei Grad Celsius und möglicherweise bis zu sieben Grad kälter war als normal und in Südeuropa sehr feucht. Die Sommerniederschläge lagen gemäss den Berner Modellberechnungen zwischen 50 und 120 Prozent höher als gewöhnlich. In Ostafrika fiel wegen des Klimawechsels der Monsun aus, was zu Trockenheit und Ernteausfällen führte. Okmok war für die römische Republik wie auch für Kleopatras Königreich ein Stressfaktor zuviel.

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Autor

Bruno Knellwolf

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