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Camping mit dem Caravan immer beliebter – Hersteller locken mit neuen Modellen

Camper wie der Ford Nugget schaffen die Grundlage, um die Natur erleben zu können. Bild: zvg

Camper wie der Ford Nugget schaffen die Grundlage, um die Natur erleben zu können. Bild: zvg

Camping boomt. Doch es muss nicht immer ein VW-Bus sein. Der Nugget von Ford ist nur eine von vielen Neuheiten.

Dem Reisen im Campervan hängt der Duft von Freiheit und von Natur pur an. Einfach einsteigen und losfahren. Und dort, wo es grad gefällt, die Füsse hochlagern respektive die Seele baumeln lassen. So kitschig das klingen mag, aber es wirkt. Denn Caravaning wird seit vielen Jahren immer beliebter, wie die Verkaufs- und Bestandsstatistiken zeigen.

Die Verkäufe von Wohnmobilen sind in den letzten zehn Jahren von rund 1600 Fahrzeugen auf über 4400 Fahrzeuge angestiegen, der Bestand wuchs im gleichen Zeitraum von 100 000 auf rund 155 000 Fahrzeuge. Verkäufe und Bestand von Wohnanhängern haben sich derzeit kaum verändert und verharren auf jährlich rund 1800 Trailern, der Bestand stagniert auf etwa 35 000.

Camping boomt also mit motorisierten Caravans, und die Kräfte des Aufschwungs sammeln sich vor allem um die sogenannten Freizeitfahrzeuge. Damit werden jene kompakten Modelle bezeichnet, die in einen Minivan oder Lieferwagen eingebaut sind. Der Hauptvorteil dabei sind die geringen Abmessungen. Sie machen den Wagen wendig und nehmen auch engen Gässchen den Schrecken. Die Bauart ist bei jungen und bei älteren Caravanern beliebt, wobei Junge eher ein aufklappendes Hubdach favorisieren, Ältere ein festes Hochdach.

Offroadcamper sind im Trend – und beim Suisse Caravan Salon in Bern ebenfalls zu sehen (siehe Box). Bild: zvg

Offroadcamper sind im Trend – und beim Suisse Caravan Salon in Bern ebenfalls zu sehen (siehe Box). Bild: zvg

Grad drei traditionelle Autobauer, die schon bislang mit Campingfahrzeugen aktiv waren, haben in den letzten Monaten ihre Angebote aufgefrischt. Marktleader VW hat unter anderem neu den Grand California lanciert, dessen Zusatz Grand die stark gewachsenen Abmessungen pointiert zum Ausdruck bringt.

Mercedes-Benz wiederum ist mit dem überarbeiteten Marco Polo angetreten, der dank Hubdach genügend Innenraum bietet, aber geschlossen unter der 2-m-Grenze bleibt und daher in jedes normale Parkhaus reinpasst. Und Ford hat seinen Goldklumpen Nugget frisch poliert.

«Wohnzimmer» wahlweise Bett oder Speisesaal

Mit dem Nugget haben wir uns auf die Spuren des Campingfeelings gemacht. Wir sind für vier Tage nach Le Mans gefahren und haben mit dem Nugget als Homebase das 24-Stunden-Rennen verfolgt. In der 5 m langen Klappdachversion, die von Camperspezialist Westfalia konzipiert wurde, reist es sich kommod, und die rund 750 km verfliegen im Nu.

Das praktisch unterteilte Innenkonzept unterscheidet sich stark von Mitbewerbern, weil das Dach hinten, nicht vorne hochklappt. Das schafft Raum für die rückseitige Küche und für den zentralen Essbereich mit Tisch, Bank und drehbaren Vordersitzen. Schlafplatz für vier bietet das «Goldstück» im Dachlager und im Wohnraum, der bei Bedarf zum zusätzlichen Doppelbett mutiert.

Im hinteren Teil des Fahrzeugs ist die Küche mit zwei Herdplatten verbaut. Bild: zvg

Im hinteren Teil des Fahrzeugs ist die Küche mit zwei Herdplatten verbaut. Bild: zvg

Unabhängig, ob das «Wohnzimmer» Bett oder Speisesaal ist, auf die Küche im Heck hat das keinen Einfluss. Um hier hantieren zu können, muss lediglich das Dach hochgeklappt sein. Es ist keine Luxusküche, aber typisch bestückt mit Kompressorkühlschrank, 2-Flammen-Gaskocher und griffgünstig platzierten Kästen. Hier entstehen mit etwas Fantasie und Improvisationskünsten die ansprechendsten Menus. Und sei es nur eine gut gewürzte Tomatensauce mit Spaghetti al dente.

Waren wir vor der Reise eher skeptisch, was den Reiz ausmacht, haben die vier Tage Spuren hinterlassen. Caravaning hat nichts mit den Entbehrungen eines militärischen Biwaks zu tun, sondern ist Balsam für die moderne Seele mit hohem Lustpotenzial.

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