Getestet
Besser als Fotzelschnitten: Gin aus altem Brot

Warum Brot wegwerfen, wenn man daraus Gin machen kann? Wir haben nachhaltigen Gin aus Davos probiert.

Raffael Schuppisser
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70 cl für eine Fünfzigernote – ein fairer Preis.

70 cl für eine Fünfzigernote – ein fairer Preis.

zvg

Zwischen Weggli, Bürli und Zopf vermutet man kaum eine Flasche Gin. Beim Bäcker eine Spirituose kaufen, ist wie sich in der Weinhandlung nach einem Gipfeli umschauen. Doch es ist kein Zufall, dass in der Bäckerei Weber in Davos Gin angeboten wird. Handelt es sich doch um Brot-Gin.

Auf die Idee, Gin aus altem Brot herzustellen, sei man vor einem Jahr durch die Bäckerei Therese Mölk mit Standorten in ganz Österreich gekommen, erklärt die Bäckerin von Weber.

Heute bieten verschiedene Bäckereien in der Schweiz Gin aus Altbrot an. Klar, Gin und Nachhaltigkeit, das liegt beides im Trend. Alkohol kann man aus allem Möglichen gewinnen – ein Start-up aus New York vermarktet sogar Wodka aus Luft, also aus Kohlenstoffdioxid, das der Luft abgeschnitten und mit Wasserstoff vermengt wird. Warum also nicht auch Gin aus Brot machen? Das ist auf jeden Fall origineller, als die ewig gestrige Fotzelschnitte zu essen.

Und wie schmeckt er? Wir haben den Brot-Gin der Bäckerei Weber gekostet. Eine Brotnote haben wir nicht ausgemacht, doch für unser Empfinden ist er etwas herb und herausfordernd im Geschmack. Der typische Wacholderduft des Gins hingegen fällt weniger ausgeprägt aus.

Ein Mittester glaubte gar, Wodka im Glas zu haben. Der Lieblingsgin ist er von niemandem geworden. Besser als hartes Brot ist er alleweil. Und vielleicht, so dämmerte uns bald – eine Ehrenrettung des Brot-Gins war in Sicht – haben wir einfach das falsche Tonic verwendet. Schliesslich ist es eine Wissenschaft für sich, welcher Gin mit welchem Tonic kann.

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