Juhuu, es läuft wieder Bachelor! Warum die Trash-Sendung gerade jetzt eine Wohltat fürs Gemüt ist

In unsicheren Zeiten wie diesen kann Trash-TV richtiggehend Halt bieten. Erst recht, wenn der neue Bachelor fast so heisst wie ein Bundesrat.

Anna Miller
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Knutschen gegen die Krise: Der neue Bachelor Alan Wey ist daran schon in der ersten Folge ziemlich gut.

Knutschen gegen die Krise: Der neue Bachelor Alan Wey ist daran schon in der ersten Folge ziemlich gut.

Screenshot: TV3

Die Kurven und Zahlen sind hochgeschnellt, es herrscht wieder Corona-Panik. Fast haben wir uns an dieses Auf und Ab der Emotionen schon gewöhnt. Die Unsicherheit ist unsere neue Konstante. Doch seien wir ehrlich: Unsicherheit ist anstrengend. Sie verlangt uns viel ab. Je unsicherer die Zeiten sind, desto eher sehnen wir uns ganz bewusst nach einem Anker, nach Halt im Sturm.

Diese krude Mischung aus hysterischem Gruppenverhalten und Sexismus

Da kommt der neue Bachelor im Fernsehen gerade recht. Ich schaue ihn ja schon, seit es ihn gibt, ich habe mich in jeden von ihnen hineingesteigert und habe jedes Mal mitgefiebert, jedes Jahr denk ich mir aufs Neue, ich bin zu alt dafür, doch dann packt's mich wieder.

Es ist diese krude Mischung aus Trash-Unterhaltung, peinlichen Dialogen und hysterischem Gruppenverhalten, es ist diese Prise Sexismus und dann doch die nackte Realität, der Bachelor ist einfach das pralle Leben, total inszeniert natürlich. Wünschen wir uns nicht alle gerade alle auf eine Insel, um dort den Alltag mal kurz zu vergessen und ein bisschen zu schmusen?

Es passiert ganz sicher nichts Schlimmes und alle haben schöne Kleider an

Es ist gerade diese Seichtheit, das sanfte Dahinplätschern des wöchentlich Banalen, das so wohlig anmutet in diesen verrückten Zeiten. Ich schalte ein und weiss: Es kommt nichts Schlimmes auf mich zu, ich kann mir lange, pastellfarbene Roben anschauen, Leute, die sich verbal und manchmal auch körperlich an den Haaren ziehen, ich kann warten, bis die Damen davon schwärmen, ihm zum ersten Mal näher gekommen zu sein und weiss schon, dass in der nächsten Folge die Zimmer bezogen werden.

Die inszenierte Romantik ist besser als jede Realität

Ich rede mir jedes einzelne Mal wieder aufs Neue ein, dass sich diese Menschen wirklich ineinander verlieben und habe innerlich meine Favoritin, von der ich hoffe, dass sie es schafft. Doch im Grunde weiss ich auch schon: Er entscheidet sich dann doch immer für die Andere, der Idiot. Doch manchmal, hach, ein wenig romantisch ist das ja doch, hat diese Liebe wirklich auch im realen Leben eine Chance, ein paar Monate, manchmal sogar Jahre.

Vorschau auf die Folge 2:

Lieber Alan als Alain

Der Montag-Abend - da kann sonst noch so viel Bundesrätlicher Krisengipfel über den Schirm laufen - ist ab jetzt immerhin für ein paar Wochen eine sehr stabile Instanz meiner Fernseh-Unterhaltung. Und mir im Moment wirklich lieber als jedes noch so souveräne Wort von Mister Corona Alain Berset. Der Bachelor heisst übrigens fast gleich. Alan. Der jedoch hat wenigstens nur Hiobsbotschaften für die Damen auf der Insel. Ich sitze derweil in meiner guten Stube und geniesse, dass dieses Auf und Ab der Emotionen für einmal nicht mit Corona zu tun hat, sondern mit Liebe, Sex und Zickenkrieg vor paradiesischer Kulisse.

Immer montags schmachtet er auf TV3+: der neue Bachelor Alan

Immer montags schmachtet er auf TV3+: der neue Bachelor Alan