Kommentar

Kampf der Konsolen: Was ist besser, die Playstation 5 oder die Xbox Series X?

Beatles oder Rolling Stones, Cola oder Pepsi? Das waren die grossen Fragen des letzten Jahrhunderts. Jetzt fragen wir uns: Playstation oder Xbox? Und sind uns natürlich uneins.

Playstation 5: Konsolen brauchen Videospiele

Leistung, Benutzerfreundlichkeit oder Design sind sekundär, das Videospielangebot ist entscheidend. Und dass Hersteller Sony in diesem Bereich liefern kann, hat er bereits mit der Playstation 4 bewiesen: Titel wie «Bloodborne», «Spider-Man» «God of War» und «Last of Us» gehören zu den besten Videospielen der letzten Konsolengeneration – und sind nur auf Playstation erhältlich.

Gleiches darf man auf der Playstation 5 erwarten: Im Gegensatz zur Xbox startet Sonys neue Konsole mit einer Palette neuer Videospiele, die nicht nur verschiedene Genres abdecken, sondern auch gleich die neuen Features der Konsole zur Schau stellen. Die Show beginnt beim Einschalten mit «Astro’s Playroom»: Das auf der PS5 vorinstallierte Spiel zeigt ab der ersten Minute, wie eindrücklich der neue Controller ist. Durch Vibration und adaptiven Tasten kann er nämlich Dinge simulieren, die im Spiel passieren: Spannt man einen Bogen, wird die Taste beispielsweise zäher beim Drücken. Die Videospiele erreichen dadurch eine physische Stufe, die das Erlebnis noch verstärkt.

Mit zwei anderen Titeln, «Spider-Man: Miles Morales» und «Demon’s Souls», zeigt Playstation zudem, was sich grafisch bereits aus der Konsole holen lässt. Ob Reflexionen an Hochhäusern in New York oder knisternde Flammen in dunklen Verliesen – alles erscheint in neuem Glanz.

Auf der technischen Seite sind aber die Ladezeiten noch beeindruckender als die Grafik: Statt Minuten dauert es nur Sekunden, bis man mitten im Geschehen ist – vorbei die Zeiten, als man bei jedem Ladebildschirm noch das Handy in die Hand nahm. So hat man auch mehr Zeit für die Spiele – und um die geht es schliesslich.

Xbox Series X: Aufbruch in die Zukunft des Videospiels

Die Computerbranche ist konservativer, als man denken könnte: Seit Jahrzehnten werden die gleichen Spiele in neuer Form aufgelegt – und auf Discs verkauft. Zeit für ein bisschen frischen Wind. Microsoft macht es Netflix nach und setzt nicht mehr nur auf einzelne Spiele, sondern auf Abos: Für eine monatliche Gebühr von 15 Franken erhält man Zugang zu (vorerst) gut 100 Topspielen. So müssen wir uns nicht mehr entscheiden, ob wir uns lieber durch das neuste «Call of Duty» oder «Battlefield» ballern wollen. Wir probieren einfach beides aus. Ausserdem sind Xbox-Spiele nicht mehr auf den TV beschränkt.

Sie lassen sich nun auch auf das Smartphone oder Tablet streamen. Dort, wo man auf dem Fernseher gestoppt hat, spielt man auf dem Handy weiter. Die Xbox wird zur eigenen Game-Cloud. Da werden nicht nur Gamer hellhörig, sondern auch Microsoft-CEO Satya Nadella. Seit er am Ruder ist, entwickelte sich der Konzern erfolgreich zu einem Cloud-Dienstleister weiter. Nun beginnt er sich auch für die Gamesparte zu interessieren. Sein Portemonnaie sitzt locker.

Eben hat Microsoft das Studio Bethesda übernommen. Grandiose Rollenspiele wie «Fallout» oder «The Elder Scrolls» und traditionsreiche Shooter wie «Doom» oder «Wolfenstein» werden künftig wohl Exklusivtitel der Xbox sein. Doch damit ist nicht genug. Der Konzern hat bereits den Kauf von weiteren Studios angekündigt. Die Zeit, als Sony die besseren Spiele hatte, wird bald vorbei sein.

Braucht es noch mehr Argumente? Ach ja, die kompakte neue Xbox passt bestimmt unter jeden TV, das Konsolen-Monster von Sony womöglich nicht. Das Auge spielt mit. Nicht nur auf dem Bildschirm.

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