Aufgetischt
Hostaria del borgo, Poschiavo: Spaghetti im Stall

Das Puschlaver Dorf Poschiavo ist eine prächtig herausgeputzte Wundertüte. Wer beim Dorfmetzger einkauft, lässt schnell doppelt so viel auf dem Tresen liegen als einen Tag zuvor im italienischen Tirano.

Christian Berzins
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Orlando Lardi in der Hostaria del Borgo, Via da Mez 138, Poschiavo. Tel. 076 437 77 42, www.hostariadelborgo.com. Geöffnet: Täglich ab 7.30 Uhr. Warme Küche von 12 bis 24 Uhr. So bis 16 Uhr geschlossen.

Orlando Lardi in der Hostaria del Borgo, Via da Mez 138, Poschiavo. Tel. 076 437 77 42, www.hostariadelborgo.com. Geöffnet: Täglich ab 7.30 Uhr. Warme Küche von 12 bis 24 Uhr. So bis 16 Uhr geschlossen.

Wie anders aber in den Restaurants – da spielt die Konkurrenz mit Italien. Orlando Lardi hat es gar gewagt, die festgefahrene Beizen-Struktur aufzubrechen, und hat vor zwei Jahren aus einem alten Stall seine Hostaria del Borgo erschaffen. Hierhin lockt er neumedial und mit regionalen Produkten. Mit Erfolg.

Schon den ganzen Nachmittag dringt munterer Lärm aus dem Lokal, am Abend ist ohne Reservation kein Tisch mehr zu bekommen. Kein Wunder: Die «Spaghetti della Hostaria» sind mit famos duftendem lokalem Speck garniert, 15 Franken sind sehr wenig für eine Portion, die locker ein Hauptgang sein könnte.

Wir sind gewandert, haben Hunger, wagen auch noch das überaus zarte Ossobucco di vitello poschiavo (Fr. 20.–). Chapeau, wer dem süssen Kastanientraum mit Glace (Fr. 9.–) widerstehen kann. Wir schaffen das zum Glück nicht. Als ob es noch gesagt werden müsste: Das (lokale) Weinangebot Lardis ist äussert spannend – und preiswert.