Entspannung

Kuscheln mit Kühen – eine Bauerstochter holt den Trend in die Schweiz

Kuhkuscheln im Baselbiet: So sieht das aus und das sagen die Teilnehmer.

Kuhkuscheln im Baselbiet: So sieht das aus und das sagen die Teilnehmer.

Drei Kälber, die eigentlich auf die Schlachtbank hätten sollen, machen heute Menschen glücklich. Bei Svea, Svenja, Sven und Sybille Zwygart im Baselbiet kann man kuscheln. Was das bringt, sagen die Teilnehmer gleich selbst.

Haben die Kühe genug gefressen, kommen sie in die «Ruhephase», wie Sybille Zwygart sagt. Das heisst: Sie legen sich hin und beginnen mit dem Wiederkäuen. Dann kann es losgehen mit kuscheln.

Die Teilnehmer des Kuhkuschelns setzen sich zu den Wiederkäuern ins Gras, lehnen an ihre starken Schultern kraulen ihre grossen Köpfe. 

«Nicht nur einseitig»

«Man kann bei den Kühen regelrecht herunterfahren», sagt Miriam Häusermann im Beitrag der Sendung «tierisch». Sie ist eine der Teilnehmerinnnen, die bei Sybille Zwygart auf dem Hof Gisiberg bei Tenniken BL das Kuhkuscheln ausprobiert hat. 

«Man merkt, dass auch sie Freude daran haben», sagt eine weitere Teilnehmerin, Sabine Diem. «Schön, dass das nicht nur einseitig ist.»

Kuhkuscheln. Sybille Zwygart hat recherchiert und herausgefunden, dass das vor allem in den Niederlanden bereits grossen Anklang findet. Und Zwygart hatte drei Kälbchen, für die sie eine Aufgabe suchte. Sie beschloss, es mit kuscheln zu probieren.

«Eine sinnvolle Aufgabe»

Sven, Svenja und Svea sind Jersey-Drillinge. Vor bald vier Jahren kamen sie zur Welt, die beiden weiblichen Tiere unfruchtbar, weil ein Muni dabei war. Ein Fall für die Schlachtbank.

«Ich habe mich in die drei verliebt», sagt Zwygart. «Aber ich musste eine sinnvolle Aufgabe für sie finden.» Dann, so habe ihr ihr Vater versprochen, dürfe sie die drei behalten.

Reiten und kutschenfahren

Zwygart hatte Glück: Die drei sind ausgesprochen menschenfreundlich. Denn nicht jede Kuh eignet sich zum Kuscheln. Auf Muni Sven können die Teilnehmer sogar reiten und Sybille Zwygart übt mit ihren Drillingen gerade kutschenfahren.

 «Toll», findet auch Julika Fitzi vom Schweizer Tierschutz das Kuhkuscheln. «Wann hat man schon sonst die Möglichkeit, mit diesen grossen, schönen Tieren auf Tuchfühlung zu gehen, wenn man nicht gerade auf einen Bauernhof in der Nähe hat?»

Beim Kuhkuscheln geht es dabei, zur Ruhe zu kommen, je nachdem sogar, zu lernen, wie man entspannt. Bei Sybille Zwygart kann man auch «Cowmanship» machen, dem Pendant zum «Horsemanship» mit Pferden.

Am Auftreten feilen

Es geht darum zu lernen, eine Kuh zu führen und mit ihr zu arbeiten. Eine interessante Erfahrung: «Die Kuh macht nur mit, wenn sie sich sicher fühlt und wenn klar ist, was der Mensch will», sagt Sybille Zwygart.

Cowmanship ist also eine Möglichkeit, am eigenen Auftreten zu feilen. Denn eine Kuh spiegle die Körpersprache des Menschen ungefiltert wider. (smo)

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